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Immobilienerbe

Behalten oder verkaufen? Welche Optionen sich wirklich lohnen

Ein geerbtes Haus ist für viele die größte einmalige Vermögensübertragung im Leben. Gleichzeitig bringt es oft Unsicherheit, finanzielle Risiken und wichtige Entscheidungen mit sich. Wer eine Immobilie erbt, sollte strukturiert vorgehen und sich zunächst einen Überblick verschaffen.

1. Prüfen, ob sich das Erbe lohnt

Gerade junge Erben stehen häufig noch am Anfang ihres Berufslebens und verfügen über wenig Rücklagen. Gleichzeitig ist die emotionale Bindung an das Elternhaus oft groß. Das kann dazu führen, dass der tatsächliche Wert der Immobilie überschätzt wird.

Wichtig ist ein nüchterner Blick auf die finanzielle Situation. Oft werden nicht nur Haus oder Wohnung vererbt, sondern auch noch laufende Kredite. Dadurch kann schnell eine erhebliche Belastung entstehen.

Auch der Zustand der Immobilie spielt eine entscheidende Rolle. Wurde lange nicht saniert, können hohe Kosten auf die neuen Eigentümer zukommen. Bei älteren Gebäuden besteht zudem die Pflicht zur energetischen Sanierung innerhalb von zwei Jahren.

Nach dem Erbfall bleibt nur eine kurze Frist: Innerhalb von sechs Wochen muss entschieden werden, ob das Erbe angenommen oder ausgeschlagen wird.

2. Wichtige Formalitäten erledigen

Wer das Erbe annimmt, muss sich um rechtliche und organisatorische Schritte kümmern. Dazu gehört zunächst der Erbschein, der beim Nachlassgericht beantragt wird und den Besitz der Immobilie nachweist.

Außerdem muss das Finanzamt informiert werden. Wer die Immobilie selbst nutzen oder vermieten möchte, sollte sich frühzeitig um den Grundbucheintrag kümmern. Dieser bleibt in den ersten zwei Jahren nach der Erbschaft kostenfrei, kann aber mehrere Monate Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen.

3. Immobilienwert realistisch einschätzen

Das Finanzamt ermittelt den Wert des Erbes als Grundlage für die Erbschaftssteuer. Dabei werden alle Vermögenswerte zusammen berücksichtigt.

Für nahe Angehörige gelten Freibeträge von 20.000 bis 500.000 Euro. Alles darüber hinaus wird mit Steuersätzen zwischen sieben und 50 Prozent besteuert.

In der Praxis setzen Behörden den Immobilienwert häufig höher an als der tatsächliche Marktpreis. Deshalb kann es sinnvoll sein, ein unabhängiges Gutachten erstellen zu lassen. Fällt die Bewertung niedriger aus, kann dies die Steuerlast reduzieren.

4. Entscheiden: Einziehen, vermieten oder verkaufen?

Nach der Klärung der Formalitäten stellt sich die zentrale Frage: Was soll mit der Immobilie passieren?

  • Selbst nutzen: Wer einzieht, sollte prüfen, ob Lage und Lebenssituation zusammenpassen. Bei Eigentumswohnungen lohnt sich ein Blick in Protokolle der Eigentümerversammlungen, um geplante Sanierungen oder Regelungen zu kennen.
  • Vermieten: Eine Vermietung kann laufende Einnahmen bringen. Dabei ist es wichtig, zuverlässige Mieter auszuwählen, da weiterhin Kredite bedient werden müssen.
  • Verkaufen: In vielen Fällen ist ein Verkauf sinnvoll, insbesondere wenn hohe Kosten oder geringe Renditen zu erwarten sind.

5. Rendite realistisch bewerten

Immobilien gelten oft als sichere Altersvorsorge. In der Praxis fällt die Rendite bei Mietobjekten jedoch häufig niedrig aus. Im Raum Köln liegt sie nach Abzug der Kosten oft nur bei etwa zwei Prozent pro Jahr.

Andere Anlageformen können höhere Erträge erzielen. Deshalb sollte genau geprüft werden, ob sich das Halten der Immobilie langfristig lohnt oder ob ein Verkauf wirtschaftlich sinnvoller ist.

Wir unterstützen Sie dabei gerne mit professionellen Immobilienbewertungen sowie beim Verkauf oder der Vermietung Ihrer Immobilie.

Kontaktieren Sie uns unter 0221 5736 -100 oder per E-Mail an: immobilien@koelner-hug.de.

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