Vermieterreport 2026 erschienen
Warum viele Eigentümer energetische Sanierungen aufschieben
Private Vermieter bleiben das Rückgrat des deutschen Mietwohnungsmarktes. Der aktuelle Deutschland.Immobilien Vermieterreport 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der DI Deutschland.Immobilien AG zeigt jedoch eine wachsende Zurückhaltung bei energetischen Sanierungen. Hohe Kosten, fehlende Dringlichkeit und politische Unsicherheiten bremsen Investitionen. Gleichzeitig setzen viele Eigentümer weiterhin auf langfristige Vermietung, stabile Mietverhältnisse und moderate Mietanpassungen.
Private Vermieter bleiben wichtigste Anbieter von Mietwohnungen
Der deutsche Mietwohnungsmarkt wird weiterhin maßgeblich von privaten Kleinvermietern getragen. Laut Vermieterreport vermieten 58 Prozent der Befragten lediglich eine Wohnung, weitere 19 Prozent besitzen zwei Mietwohnungen. Die Vermietung dient dabei für die meisten Eigentümer nicht als Haupteinnahmequelle. Bei mehr als der Hälfte der Befragten macht das Mieteinkommen nur einen geringen oder vernachlässigbaren Anteil am Gesamteinkommen aus.
Die Vermieter sind im Durchschnitt 58 Jahre alt. Sechs von zehn Befragten sind älter als 55 Jahre. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass immer weniger jüngere Haushalte in die Vermietung einsteigen. Die Mehrheit der Eigentümer ist bereits seit mindestens zehn Jahren am Markt aktiv.
Moderate Mietentwicklung und langfristige Mietverhältnisse
Bei Neuvermietungen setzen private Vermieter weiterhin auf Zurückhaltung. 43 Prozent verzichten vollständig auf Mietanpassungen, während 55 Prozent ihre Mietforderungen nur moderat erhöhen.
Auch im Bestand bleibt Preisstabilität die Regel. Mehr als die Hälfte der Befragten nahm im vergangenen Jahr keine Mieterhöhung vor. Wo Anpassungen erfolgen, stehen vor allem gestiegene Betriebskosten im Vordergrund.
Die Vermietung erfolgt häufig außerhalb klassischer Immobilienportale. 57 Prozent der Eigentümer nutzen persönliche Netzwerke bei der Mietersuche, mehr als jeder vierte Vermieter vergibt Wohnungen sogar ausschließlich auf diesem Weg.
Energetische Sanierungen verlieren an Dynamik
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei energetischen Modernisierungen. Zwar haben 55 Prozent der befragten Vermieter in den vergangenen Jahren entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Für die kommenden Jahre plant jedoch eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent keine größeren energetischen Sanierungsprojekte.
Damit ist die Zurückhaltung gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen. Nach Angaben des IW sehen sich viele Eigentümer mit wachsenden energetischen und politischen Anforderungen konfrontiert, während wichtige Rahmenbedingungen weiterhin als unklar wahrgenommen werden.
Heizungstausch bleibt wichtigste Modernisierungsmaßnahme
Dort, wo investiert wird, stehen Heizungen weiterhin an erster Stelle. 34 Prozent der Befragten haben in den vergangenen Jahren ihre Heizungsanlage erneuert. Es folgen der Austausch von Fenstern mit 25 Prozent sowie Dämmmaßnahmen mit 18 Prozent.
Als wichtigste Motive nennen die Eigentümer langfristige Energieeinsparungen, die Zufriedenheit ihrer Mieter sowie die Werterhaltung beziehungsweise Wertsteigerung ihrer Immobilien. Umwelt- und Klimaschutzaspekte spielen dagegen für viele Vermieter eine untergeordnete Rolle.
Hohe Kosten und fehlende Dringlichkeit bremsen Investitionen
Wer auf energetische Maßnahmen verzichtet, begründet dies überwiegend mit einer fehlenden Dringlichkeit. Fast zwei Drittel der Befragten sehen aktuell keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Weitere Gründe sind hohe Kosten sowie eine aus Sicht der Eigentümer geringe Nachfrage der Mieter nach entsprechenden Modernisierungen.
Hinzu kommt, dass ein großer Teil des Wohnungsbestands privater Vermieter aus den Baujahren 1949 bis 1994 stammt. Gerade in diesen Gebäuden besteht häufig energetischer Modernisierungsbedarf.
Eigentümer bewerten eigene Situation positiv, Politik dagegen kritisch
Trotz der Herausforderungen bewerten viele private Vermieter ihre eigene Situation weiterhin positiv. Sieben von zehn Befragten sind mit ihrer Vermietungstätigkeit zufrieden oder sehr zufrieden.
Deutlich kritischer fällt hingegen die Bewertung der wohnungspolitischen Rahmenbedingungen aus. Die Eigentümer sehen insbesondere Handlungsbedarf beim bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommen sowie beim Ausgleich der Interessen von Mietern und Vermietern.
Planungssicherheit bleibt zentrale Voraussetzung
Die Ergebnisse des Vermieterreports zeigen, dass private Vermieter grundsätzlich bereit sind, Verantwortung für den Wohnungsmarkt zu übernehmen. Gleichzeitig machen die Daten deutlich, dass Investitionsentscheidungen zunehmend von verlässlichen politischen Rahmenbedingungen, praktikablen Förderstrukturen und langfristiger Planungssicherheit abhängen.
Für Wohnungseigentümer und private Vermieter bleibt damit die Frage entscheidend, unter welchen Bedingungen die energetische Modernisierung des Gebäudebestands wirtschaftlich und planbar umgesetzt werden kann.
Das Gutachten der DI Deutschland.Immobilien AG in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft können Sie sich hier herunterladen.