Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum
Ratsvorlage ist ein wichtiger Schritt
Die Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum bestehend aus der köln ag - Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen, WiK – Wohnungsbau Initiative Köln, dem BFW NRW - Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und dem Kölner Haus- und Grundbesitzerverein, begrüßt die Ratsvorlage „Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle“ und die darin enthaltenen Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Für 6.000 Wohnungen pro Jahr braucht Köln jedoch mehr Mut
„Der Dialogprozess war offen, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Das ist eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Jetzt kommt es darauf an, die gewonnenen Erkenntnisse auch konsequent in politische Entscheidungen zu übersetzen. Wer die Zielmarke von 6.000 neuen Wohnungen pro Jahr ernst nimmt, muss zusätzliche Schritte gehen, um Bauen wieder wirtschaftlich möglich zu machen“, erklärt Stefan Rappen, Vorsitzender der Wohnungsbauinitiative Köln (WIK).
Nach Auffassung der Allianz bieten die vorgesehenen Maßnahmen zwar wichtige Entlastungen bei Verfahren, Stellplatzregelungen und einzelnen Standards. Um die Wirtschaftlichkeit des Wohnungsbaus jedoch spürbar zu verbessern, seien weitergehende Anpassungen notwendig. Dazu zählen insbesondere eine Reduzierung von Grünflächenanforderungen, eine Anpassung des Flächenfaktors im Kooperativen Baulandmodell sowie die Überprüfung kostenintensiver kommunaler Sonderstandards.
„Die Wohnungswirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die den tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen entsprechen. Wenn heute die durchschnittliche Haushaltsgröße in Köln bei deutlich unter zwei Personen liegt, müssen sich auch Flächenvorgaben und Planungsstandards daran orientieren. Effizientere Flächennutzung ist kein Widerspruch zum Klimaschutz, sondern Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung“, betont Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.
Die Allianz verweist darauf, dass insbesondere beim energetischen Standard erhebliche Einsparpotenziale bestehen. Aus Sicht der Verbände sollten kostengünstigere Wege zur Erreichung der Klimaschutzziele geprüft werden, um die Baukosten wirksam zu senken.
„Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch zusätzliche Anforderungen, sondern durch einen realistischen Ausgleich zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung. Jede unnötige Kostensteigerung erschwert Investitionen und führt letztlich zu höheren Mieten. Deshalb brauchen wir den Mut, bestehende Standards kritisch zu hinterfragen“, sagt Rouven Meister, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag).
Darüber hinaus kritisieren die Verbände, dass vorgesehene Ablösezahlungen für entfallende Stellplätze oder Grünflächen die gewünschte Baukostenreduzierung teilweise wieder konterkarieren könnten. „Wenn Politik und Verwaltung mehr bezahlbaren Wohnraum wollen, muss dieses Ziel bei allen Abwägungsprozessen künftig stärker gewichtet werden. Wohnungsbau ist keine beliebige Aufgabe unter vielen, sondern eine der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Stadtgesellschaft. Dafür braucht es ein klares Bekenntnis zum Wohnungsbau“, erklärt Anton Bausinger, Vorstandsvorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins von 1888 e.V.
Die Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum sieht die Ratsvorlage deshalb ausdrücklich als wichtigen Anfang, nicht jedoch als Abschluss des Prozesses. Die beteiligten Verbände erklären ihre Bereitschaft, den begonnenen Dialog mit Politik und Verwaltung fortzuführen und gemeinsam weitere Lösungen für mehr Wohnungsbau in Köln zu entwickeln.