Geplantes Verbot von Stellplätzen in Vorgärten
Verkehrspolitik lässt Eigentümern keine andere Wahl
Die Stadt Köln plant im sog. „Afrika-Viertel“ in Köln, die Schaffung von Stellplätzen in privaten Vorgärten zu verbieten. Grund sei vor allem die damit einhergehende Änderung des Erscheinungsbildes des Quartiers.
Der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein ist grundsätzlich für den Erhalt von Grünflächen und Vegetation, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum.
„Die Umwandlung von Vorgärten in Stellplätze wird von den privaten Eigentümern nicht leichtfertig vorgenommen, sondern ist die allerletzte Reaktion auf die in Köln vorherrschende Parkplatznot und eine Verkehrspolitik, die dem motorisierten Individualverkehr den Kampf angesagt hat“, sagt Anton Bausinger, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Ausfluss einer solche Politik sei der tägliche, oft aussichtslose Kampf, sein KFZ in einem akzeptablen Radius zur Wohnung unterbringen zu können. Daher sei es allzu verständlich, wenn sich Eigentümer dazu gezwungen sähen, den benötigten Stellplatz auf eigenem Grund und Boden herzustellen.
Der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein ist der Ansicht, dass es ein Umwandlungsverbot erst dann geben kann, wenn die Stadt den Bewohnern die annehmbare Möglichkeit offeriert, einen PKW in Wohnortnähe abstellen zu können. Thomas Tewes, Hauptgeschäftsführer: „Seit Jahren fordern wird die Schaffung von Quartiersgaragen, für die in der letzten Ratsperiode die Gründung einer eigenen, städtischen Gesellschaft beschlossen wurde. Allerdings ist nicht ersichtlich, dass die Stadt zeitnah willens als auch finanziell in der Lage ist, diese Pläne voranzutreiben.“
Der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein fordert daher die Politik auf, von einem Verbot zur Schaffung von Stellplätzen auf eigenem Grund und Boden Abstand zu nehmen. Auf der einen Seite Parkraum zu reduzieren und auf der anderen Seite die private Herstellung eben jenes zu untersagen, grenze an Drangsalierung der Bevölkerung.