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Kunst im Verein

Viviana Meretta

e c h o - s p u r e n

Unter dem Titel „Echospuren“ eröffnet am Freitag, den 26.04.2019, um 18:00 Uhr der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in Pulheim eine von Viviana Meretta gestaltete Ausstellung, die eine experimentelle Variante Moderner Skulpturen vorstellt. Ein neues Konzept plastischen Gestaltens insofern, dass der Raum selbst zu einem unverwechselbaren Ort umgeformt wird.

Viviana Meretta wurde 1967 in Mendoza, Argentinien geboren. Seit 1994 lebt sie in Köln, arbeitet als freischaffende Bildhauerin und hat bereits mit internationalen Ausstellungen auf sich aufmerksam gemacht.

Der Besuch dieser Ausstellung verdeutlich eines ihrer Alleinstellungsmerkmale, nämlich Spannung im Raum zu erzeugen.

In verschiedenen Medien wird die Räumlichkeit in Pulheim bespielt, wobei sowohl die raumbezogenen Wandobjekte als auch die Skulpturen und Zeichnungen zentral ein Thema verbindet: Das Geheimnis des Wachstums und das Echo unsichtbarer Kräfte, die für uns eine besondere Magie besitzen. Frei nach dem Motto: Nach den Gesetzen des Wachstums sind die Skulpturen der Künstlerin in einem Stadium der Verwandlung angehaltene lebendige Formen.

Die Recherchen, die die Künstlerin mit Bäumen, Wasser, Erde und Feuer im Laufe der letzten Jahre unternommen hat, sind die Grundlage der ausgestellten Werke. Die Kraft der Bäume, die Gewalt des Wassers und die Eigenwilligkeit der vor Urzeiten geformten stoischen Steine, die sich erlauben, beständig Widerstand zu leisten beim skulpturalen Arbeitsprozess, bilden Grundthemen des kreativen Schaffens von Viviana Meretta. Formal betrachtet bilden Raumachsen, Licht und Schatten das Vokabular ihrer Arbeiten.

Die Sprache der Steine, die Volumen der Skulpturen und Oberflächen der Wandobjekte lassen an die Kraft des Wassers denken, das den Stein in langen Prozessen formt. Schattenformen im Großformat assoziieren Echos aus dem Reich der Mythen.

Metamorphose, Balance und Volumen bespielen den Raum und schaffen Dialoge, die konsequent die Imagination antriggern.

Zwischen Tuschezeichnungen, Skulpturen und Objekten zeigt die Ausstellung von Viviana Meretta Zusammenhänge rund um das Thema „Raum“. Mit den kleinen und großen Eingriffen in den Ausstellungsraum wird ein Thema durchdekliniert, das die Dialektik zwischen Konkretem und Assoziativem, zwischen Form und Schatten deutlich macht. Auf den ersten Blick scheinen die hier ausgestellten Arbeiten schnell erfassbar. Doch bei genauer Betrachtung der oft amorphen Skulpturen und Wandobjekte wird ihre Vielschichtigkeit deutlich. Die Assoziationen von Statik und Dynamik oder Figürlichem werden angestoßen, und die Skulpturen werden so gezielt positioniert, dass die Raumachsen des Ausstellungsraumes Teil der Inszenierung werden.

Der Rezipient sieht sich konfrontiert mit einem Hinterfragen von Abstraktion und Figuration und mit einer völlig neuen, dialogischen Seherfahrung. Das Ausloten unsichtbarer Kräfte bildet inhaltlich ein wichtiges Thema für Viviana Meretta. Was man den Arbeiten aber nicht ansehen kann, ist das langsame Verfassen der Gedanken und Formen. So gehen den meisten Arbeiten lange Phasen von Beobachtungen und Zeichnungen voraus, die dann in stets reduzierter Formsprache das Ergebnis der Erkundigungen umsetzen.

Das Bindeglied sind räumliche Dualitäten des Inneren und Äußeren, Unten und Oben, Voll und Leer, wobei die Oberflächen mit rauen und glatten Flächen zwischen Offensichtlichem und Angedeutetem hin und her meandern. Im Laufe vieler Jahre hat sich eine nuancenreiche, typische, kreative Handschrift herausgebildet, die nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu agieren versteht. Und wer sich jetzt wundern sollte, ja, es gibt das Wissen der Hände, welches assoziativ und bewusst den harten Stein zu verwandeln versteht und lange Zeit braucht, sich zu formieren.

Eine andere Ebene des künstlerischen Arbeitens bilden die Papierarbeiten. Die Zeichnungen sind in dieser Ausstellung sowohl gekonnte Eingriffe in den Raum als auch Gedankenspuren und Protokolle, gleichsam Portraits von Skulpturen.

Thematisch sind auch die Kohle- und Tuschezeichnungen an oben benannte Themen gebunden, konzentrieren sich inhaltlich aber eher auf das Reich der Schatten und die Fragestellung von räumlichen Impulsen und deren Echo.

Eine Ausstellung, die der Sinnlichkeit der Steinskulptur ebenso wie dem Charm der schwarz-weißen Zeichnungen eine Bühne bietet und sich der simplen Eindeutigkeit entzieht.

Die Besucher dieser Ausstellung werden den Unterschied zwischen der alltäglichen Welt und der Kraft einer stark reduzierten Form spüren, welche die Grundkonstanten unserer Seherfahrung zwischen Schweben und Gravitation explizit erfahrbar macht.

Musikalisch wird die Ausstellungseröffnung von dem sehr bekanntenchilenischen Duo „Alma Miranda“ u.a. mit Gesang und Querflöte hoch professionell begleitet in Form schwebender Melodiefolgen.

Text: Ute Kaldune

Einladung zur Vernissage