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Kunst im Verein

Sylvia Spyra

Kaleidoskop einer Malerei

Unter dem Titel „Kaleidoskop einer Malerei“ eröffnet am Freitag, den 26.10.2018 um 18:00 Uhr der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in Pulheim eine inspirierende Ausstellung der in Köln lebenden Künstlerin Sylvia Spyra.

Was kennzeichnet das Farbspektrum in einem Kaleidoskop? Antwort auf diese Frage gibt Sylvia Spyra mit ihrem künstlerischen Werk der letzten zwei Jahre. Dabei ist sie gleichermaßen Malerin und spielerische Visionärin; mit abwechselnd leuchtenden oder sanft-verhaltenen Farben gibt sie eine Antwort und erklärt den spielerischen Umgang mit Raumdimensionen zu einem ihrer Arbeitsfelder. Mal realistisch, mal unlogisch verschoben sind die Motive, mal sind sie sofort auszumachen, mal ins nebulöse Reich der Unschärfe getaucht.

Die Künstlerin, die international ausstellt, ist seit Jahren fasziniert von naturnahen Formgesetzen, Landschaften und Strukturen. Durch diese Impulse entsteht ein vielgestaltiges Werk, welches auch den Kenner des Oeuvres immer wieder überrascht.

Weder bei der Motivwahl noch in der Umsetzung auf ein Thema möchte sich diese Forscherin festlegen. Hinzu kommt die experimentelle Neugier, die in verschieden Techniken in Acryl auf Leinwand ein Paralleluniversum entstehen lässt.

Die Farblandschaften von Sylvia Spyra sind nicht zwingend auf ein konkretes Thema bezogen, auch wenn es bisweilen wiederkehrende Themen gibt wie Reiseerinnerungen. Die sehr zeitintensiven Entstehungsprozesse der Bilder folgen keinem festen Schema, ein vielfach verschlungener Prozess, in dem eine Farbe die andere und eine malerische Geste eine weitere ergibt. Offenheit und Neugier sind dabei die maßgeblichen Motoren.

Dass das Besondere am Alltäglichen bisweilen immer noch überrascht, ist so verblüffend wie naheliegend. Die Werke dieser Künstlerin sind eine Hommage an dieses Phänomen und an den Facettenreichtum einer Malerin, die Landschaften, abstrakte Formationen, Naturstudien, surreale Collagen und auch historische Stadtsilhouetten zu ihren Themenfeldern zählt.

Aus einer Zusammenstellung von drei Themengruppen Natur, Struktur und Landschaft hat die Künstlerin eine dichte Ausstellung kreiert. Für die Ausstellungsräume in Pulheim, bedeutet das, dass der Besucher ein technisch konsequentes Konzept erlebt, das ihn von Traumlandschaften aus Masuren bis zu idyllischen Orten im Stile der Farbpalette Feiningers oder auch zu Castelnaudary am Canal du Midi reisen lässt. Die Künstlerin verfolgt dabei in immer neuen Ansätzen ihre gestalterische Vision über den Umgang mit Farbe, Licht und Schatten und der damit verbundenen Imagination.

Weder eine realistische Dopplung der Welt noch eine wiederkehrende Raumtiefe kennzeichnet diese Bilder, vielmehr zentriert sich die Malerei um immer neue Aspekte einer Meisterschaft, die Assoziationen, Strukturen, Landschaftsformationen und Augentäuschung miteinander zu verweben weiß. So wie die Malerin experimentiert, wird auch der Besucher der Ausstellung zu einem kreativen Geist, der seine Konzentration eher Assoziationen schenkt als der Sachanalyse. Farbige Einblendung als Hommage an das sehr subjektive Empfinden von Kunstwerken, so unvorhersehbar wie der Blick in ein Kaleidoskop und auch so wohltuend. Ja, die Welt verbirgt hinter der Außenfassade viele Welten. So zeigt es ein Bild mit dem Titel „Der Ursprung der Welt“ von 2017: Eine Ziege scheint über die Kraft und Symbolik eines Wasserfalls zu meditieren, sie symbolisiert die Weisheit, die Natur erscheint riesig groß, dagegen nimmt sich das Hausen der Menschen in Behausungen eher bescheiden aus.

Es gibt eine Magie hinter diesen Bildern, die eher intuitiv entdeckt werden will. Lauschen Sie dem Farbklang der Bilder frei nach dem Motto: Kunst bildet nicht das Sichtbare ab, sondern macht sichtbar. Wer sich hier als Betrachter voller Neugier treiben lassen kann, kommt bei dieser Ausstellung auf seine Kosten.

Ute Kaldune

 

Einladung zur Vernissage