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Kunst im Verein

Sabina Flora

Schwebende Zeit

Unter dem Titel „Schwebende Zeit“ eröffnet am Freitag, dem 20. September 2019 um 18:00 Uhr der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in Pulheim eine ganz und gar ungewöhnliche Ausstellung.

Die Kölner Künstlerin Sabina Flora ist Malerin, Sammlerin und spielerische Visionärin gleichermaßen. Die Themen dieser Ausstellung kreisen um das Thema Zeitlosigkeit, Tanz und surreale Assoziation. Es sind federleichte Sequenzen oder kalkulierte Anhäufungen aus Fundmaterial, spontanen Eingebungen und Zeichnungen, welche direkt sind aber auch rätselhaft und unmittelbar. Hier eine Katze dort ein Affengesicht kombiniert mit Schriftstücken und Zeitungsfetzen mit diesen Bildern wird eingeladen: Gedankenreise nach Lummerland Sprache als Rätsel und Vergangenheit und Gegenwart gehen enge Koalitionen ein.

Malerei und Collagen als Hommage an die Unschärferelation. Der Poetik der Überraschung hat sich Sabina Flora ganz deutlich verschrieben es findet sich ein künstlerischer Ansatz, der die Bildmotive so offen darbringt, dass die transparente Schichtung und Durchdringung von Wissen, Ahnen und Erspüren angetriggert wird, der Betrachter ist motiviert es der Malerin gleich zutuen.
Wie die schwebende Tanzende im roten Kleid zwischen den Wolken zu schweben, er mag kann für kurze Zeit die Schwerkraft und die festen Koordinaten verlassen und sich der Schwerelosigkeit überlassen. Markenzeichen der Malerei sind Bruchstücke aus den Dimensionen Himmel und Meer und Stills aus dem Themenfeld Ballett und Tanz.
Aber Vorsicht, hier wird die bekannte Ordnung der Welt hinter lasierenden Farbschleiern ganz sanft auseinander genommen und surreal neu gestaltet. Das Betrachten der Werke als reiche Welt der Möglichkeiten genau so, wie wir es mit Düften und Gerüchen kennen, was uns emotional anspringt und erinnert hat die Kraft längst vergessene Dinge im Kopfkino zu starten.

Die Werke, die Sabina Flora für die Ausstellungsräume in Pulheim realisiert hat, zeigen konsequent ihr künstlerisches Konzept, das sich in Malerei, Objekten und Installationen artikuliert.

Man könnte von einer temporären Adaption sprechen, wenn ein kreativer Geist aus Suchen und Finden eine fast an Obsession erinnernde Motivwelt strickt in der mit kindlicher Lockerheit Statements gebaut werden, die nie Eindeutig sind weder fröhlich noch melancholisch. Bisweilen erinnern die Werke auch an Traumsequenzen in denen aus verschiedenen Schubladen die Geister sich mit der Realität verbünden.
In den Träumen, die der Schlaf hervorbringt, herrschen andere Prinzipien als im Geschehen des hellen Tages. Dieses Phänomen, das Künstler aller Sparten seit jeher kreativ beflügelt hat, ist auch für Sabina Flora ein wichtiges Thema. Eine gleichermaßen bezaubernd rätselhafte wie lehrreiche Ausstellung frei nach dem Motto Kunst als Zauber der Augenechos ebenso wie flüchtige Huscher aus der Realität herbeiruft.

Weder eine realistische Dopplung der Welt noch eine wiederkehrende Raumtiefe kennzeichnet diese Bilder, vielmehr ist eine angedeutete Struktur wichtiger als die genaue Wiedergabe der Wirklichkeit. Die Besucher der Ausstellung werden zu kreativen Geistern, die  gedanklichen Assoziationen zulassen oder die ausgeklügelte Erzählung geniessen.

Es gibt eine Magie hinter diesen Bildern, die eher intuitiv entdeckt werden will, lauschen Sie, betrachten Sie oder analysieren Sie frei nach dem Motto: Glücklich ist der, der es versteht mit den Augen zu wandern.

Text: Ute Kaldune

Einladung zur Vernissage