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Kunst im Verein

HERLINDE KOELBL

Vernissage "Feine Leute" in Köln

Bis Montag, dem 28. Februar 2022.

Unter diesem Titel eröffnet der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in seiner Hauptgeschäftsstelle in Köln in Zusammenarbeit mit der Scholl Stiftung eine Ausstellung von Herlinde Koelbl. Am Freitag, dem 19.11.2021, um 18:00 Uhr findet die Vernissage dieser international überaus erfolgreichen Fotografin statt.

Frei nach dem Motto: Fotografien stellen nicht nur das Sichtbare dar, sie enthüllen.
Herlinde Koelbl ist eine der erfolgreichsten deutschen Fotografinnen. Sie beginnt mit 37 Jahren als Fotografin zu arbeiten und hat von Anfang an nicht nur Auftragsarbeiten ausgesucht, sondern mit großer Kontinuität auch 3 bis 7 Jahre dauernde Projekte in denen sie ein Thema erforscht.

Die ausgestellten Fotos stammen aus einem solchen Projekt, der Bildband "Feine Leute" erschien 1986 mit 111 Fotografien von öffentlichen Bällen und Empfängen aus Wien, München, Frankfurt und Berlin.
Ihr Blick ist nicht einfach dokumentarisch oder "objektiv" oder nur auf eine individuelle Sicht auf  Personen einer gesellschaftlichen Schicht gerichtet. Herlinde Koelbl interessiert sich sehr für grundlegende Themen, die mit unserer Gesellschaft zu tun haben.

Die Bildbände "Deutsche Wohnzimmer" oder "Kleider machen Leute" dokumentieren deutsche oder internationale psychologische Phänomene und die offensichtliche Veränderung eines Menschen durch sein Umfeld oder seine berufliche Kleidung. Ihre Arbeiten sind analytische Subsumierungen vom Wesen des Menschen vom Bild unserer Gesellschaft, von Schlüsselsituationen und von Phänomenen der menschlichen Psyche.

Herlinde Koelbls Faszination für Menschen, für das Gegenüber und die Widmung mit 200 prozentiger Aufmerksamkeit sich auf eine Person oder Situation zu konzentrieren, sind ein entscheidendes Element ihres Erfolges. Hinzu kommen strukturierte Vorplanung, Ausdauer und ein geschultes Gespür für den richtigen Moment.

Für das Projekt "Feine Leute" hat sie bei öffentlichen Bällen und Empfängen in Deutschland über 6 Jahre hinweg als akkreditierte Journalistin eine erfolgreiche und vermögende Gesellschaftsschicht beobachtet. Sie dokumentiert Rituale, schichtspezifische Codes und auch die Dynamik zwischen Mann und Frau bei Repräsentation und Annäherung auf einer offiziellen Bühne.

Jede soziale Schicht hat innerhalb einer Gesellschaft festgelegte Rituale, Regeln und Dresscodes und eben diese bestätigen Klassenbewusstsein sowie die jeweilige Zugehörigkeit zu einer, in diesem Fall, besonders wohlhabenden und im öffentlichen Ranking hochstehenden Schicht. Ob es der Wiener Opernball oder der Frankfurter Silvesterball ist, stets sind die Protagonisten spannende Motive und erzählen unfreiwillig mittels Körpersprache in den Arbeiten dieser Fotografin „Bände“.
Körpersprache kommuniziert die wahren Befindlichkeiten und reicht in diesem Bildband der Künstlerin aus, hier haben bis auf einen Text von Thorstein Veblens die Bilder das letzte Wort.

In diesen schwarz-weiß Fotografien geht es aber nie um das zur Schau gestellte Vermögen, die Bedeutsamkeit und die kniggegeschulte Klientel, sondern um das Abbild eines soziologischen Phänomens, welches sich nicht nur seit der Weimarer Republik eines hohen medialen Interesses erfreut.
Mal ein Paar in Partystimmung, mal der perfekte Tanzschritt, mal steif und rollenbewusst aber auch gerne mal unfreiwillig komisch.

Nein, diese Fotografin ist keine Jägerin, eher ist es eine Künstlerin, die die Begegnung sucht mit Menschen und seit 40 Jahren fasziniert ist von inneren Mustern und dem Wandlungspotential dieser Spezies. Wann ein Bild trägt oder ob es verworfen wird, unterliegt einer rationalen selbstkritischen Analyse, nur wenige der Bilder erfüllen die nötigen Kriterien.
Herlinde Koelbl: "Wenn es über den Moment hinausreicht. Wenn es eine allgemeingültige Aussage und Energie hat."

Text: Ute Kaldune M.A.

Eintritt nur nach der 2G-Regel (geimpft oder genesen)!

Einladung zur Vernissage