Kunst im Verein

Verborgenes und Konkretes

Inge Bisping-Groß & Saziye Arslan

Saziye Arslan

Ohne Titel
Synapse
Profile
Impression gelb grün I
Impression gelb grün II
Tanz der Schöpfung
Ohne Titel
Ohne Titel
Kosmische Strukturen
Dörfliche Idylle I
Dörfliche Idylle II
Dörfliche Idylle III
Fantasie in Blau I
Fantasie in Blau II
Energie und Nachhaltigkeit
Landschaft im Herbstnebel
Ohne Titel
Ohne Titel
Sommerlandschaft
Weiß Blau Grün
Farbiger Herbst
Yesil Vadi
 
 

Inge Bisping-Groß

Kleine Melodie, Acryl auf Leinwand; 70x50cm; 2016; 700 €
Kleine Melodie
Sommerhitze
Sommerurlaub
Ohne Titel
Blaue Silhouetten
Blattformen auf Mustern
Schwebeteilchen
Menschenstrand
Ohne Titel
Ohne Titel
Pyramide
Winterspaziergang
Ohne Titel
Ohne Titel
Ohne Titel
Ohne Titel
Sommerwiese
Rotes Wohnzimmer
Verwirrungen
Zwei auf der Domplatte
Flüchtlingspaar
Flaschensammler
Junge Frau
Konglomerat

Kunst im Verein

Verborgenes und Konkretes

Inge Bisping-Groß & Saziye Arslan

Unter diesem Titel eröffnet der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in seiner Hauptgeschäftsstelle in Köln eine Ausstellung am Freitag, dem 16.04.2021. Leider nicht mit Publikum - dafür können unsere Kunstfreunde alle Bilder online (Link folgt) betrachten und auch die Ausstellungseinführung per Video verfolgen.

Frei nach dem Motto: Bilder stellen nicht das Sichtbare dar, sie machen sichtbar.
Eine Ausstellung voller Bilderrätsel und dynamischer Magie haben die Kölner Künstlerinnen Inge Bisping-Groß und Saziye Arslan arrangiert.
Malerei in allen Varianten von konkret bist abstrakt. Sowie eine Gruppe von Skulpturen von Inge Bisping-Groß welche reale Situationen und reale Personen zitiert. Eine Ausstellung, die mal melancholisch mal fröhliche Nuancen zeigt aber auch Einzeller beim Tanz im Farbsee zu bieten hat. Wer diese Ausstellung sieht, wird attestieren, dass die Ausstellung mit großem Gespür für Koalitionen aus Ruhe und Bewegung eine Einladung ist, sich im Flow der Assoziationen treiben zu lassen.

Die Malerin Saziye Arslan zeigt, dass eine facettenreiche Malerei und die Beschäftigung mit universellen Techniken in Acryl, Öl und Untergründen aus Mokkasatz einen schier unendlich großer Fundus von Themen und Motiven ermöglicht.
Wo immer die Muse zu vermuten ist, fast hat der Betrachter den Eindruck, hier sprudelt die Quelle der Kreativität in einer dynamischen und unvoreingenommenen Spontanität direkt auf die Leinwand. Eine energiereiche und stark farbige Palette ist neben der enormen Bandbreite von Themen zum Markenzeichen der Künstlerin geworden.
Mit diesen Bildern ist auch ein Impuls verbunden, einer der zum Perspektivwechsel auffordert.
Bilder als Zeichen, Symbole und Chiffren vermitteln zwischen Sehen, Denken und Fühlen und damit auch zwischen Konkretem und dem Verborgenen.
Für die aus der Türkei stammende Künstlerin bedeutet dies die mühelos ins Bild umgesetzte Wärme eines ländlichen Idylls mit Tieren und märchenhaftem Personal oder aber abstrakte Formen, die in kontrastreicher Palette miteinander verwoben sind.
Der vitale Kolorismus und scheinbar fremde Landschaftsmotive provozieren die Frage nach dem Beginn, beziehungsweise der Basisidee für diese Werke.
Die Antwort ist überraschend einfach: Spontane Reaktion auf die Strukturen aus Mokkasatz und kreative Intuition.

Die Künstlerin Inge Bisping-Groß entwickelt aus dem Zusammenklang von Pigment, Farbigkeit und Zeichenkürzeln in höchstem Maße differenzierte Malerei. Verborgenes und Konkretes in engem Verband und der Betrachter im Dialog mit der Kunst beziehungsweise mit der Komplizenschaft aus dem konkreten Motiv und dem Geheimnis, welches es in sich zu bergen scheint. Eine Welt von Zeichen und Arrangements die nicht in eines der Reiche gehören, sondern immateriell und konkret gleichermaßen sind.

Die Künstlerin Inge Bisping-Groß jongliert in ihren Bildern mit einer künstlerischen Fragestellung, der Beziehung von Form und Bedeutung. Sie verwendet in Zeichnungen und Gemälden ein Arsenal von Kürzeln, Formen und Schwebeteilchen die aber keinem Konkreten Gegenstand zugeordnet werden können. Diese Einzeller erinnern an Mikroskopbilder und stehen nur für sich.
Bei der Bildgestaltung werden häufig zuerst die Konturen festgelegt und einem Prozess des Jonglierens zwischen Kontrolle und Zufall dann weiterentwickelt.
Der Bildraum als Bühne der kleinteiligen Geduldsarbeit und zugleich eine Hommage an die Metamorphose, die in Kunst und realer Welt gleichermaßen ständig erscheint. Bisweilen erinnern diese Werke an surreale Sequenzen oder Traumassoziationen. Der Stoff, aus dem diese Bilder sind, ist zu vielfältig um ihn in einem Satz zu bannen. Sicher besonders fesselnd ist aber das Alphabet aus erfunden Formen und Symbolen, die zwischen Fiktion und Realität zu vagabundieren scheinen. Die abstrakten Gefilde, die diese Künstlerin auf die Leinwand bringt, sind von spezieller Art. Sie sind oft frei erfundene Phantasieform oder surreale Form und dennoch mitten im Leben, mit dynamischen Tempi und ausgewogener Farbharmonie.
Beide Künstlerinnen gehorchen einem Motto, welches sich erst auf den zweiten Blick offenbart: Mein Tun ist ein Spiel, und wenn es gelingt, ist es Poesie.

Text: Ute Kaldune