Kündigungsfolgeschaden: Maklerkosten zwecks Erwerbs einer Eigentumswohnung?

  1. Hat der Vermieter das Mietverhältnis wegen Eigenbedarfs (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB) gekündigt, hat er - zur Vermeidung eines rechtsmissbräuchlichen Verhaltens - den Mieter auf einen späteren Wegfall des Eigenbedarfs bis zum Ablauf der Kündigungsfrist hinzuweisen (im Anschluss an Senatsurteile vom 09.11.2005 – Az. VIII ZR 339/04; vom 27.06.2007 – Az. VIII ZR 271/06; vom 13.06.2012 – Az. VIII ZR 356/11; vom 14.12.2016 – Az. VIII ZR 232/15; vom 22.05.2019 – Az. VIII ZR 167/17; Senatsbeschluss vom 11.10.2016 – Az. VIII ZR 300/15). Dieser Zeitpunkt ist für das Bestehen einer Hinweispflicht grundsätzlich auch dann maßgebend, wenn die Parteien in einem (gerichtlichen) Räumungsvergleich einen späteren Auszugstermin des Mieters vereinbaren.
  2. Der ersatzfähige (Kündigungsfolge-)Schaden eines Mieters nach einer unberechtigten Eigenbedarfskündigung durch den Vermieter umfasst nicht die zum Zwecke des Eigentumserwerbs einer Wohnung angefallenen Maklerkosten (im Anschluss an Senatsurteil vom 09.12.2020 – Az. VIII ZR 371/18, zur Veröffentlichung bestimmt).

BGH Urteile vom 09.12.2020 – Az. VIII ZR 238/18 und VIII ZR 371/18

 

Kategorie: MIETRECHT