Erhöhte Bleikonzentration im Trinkwasser

Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass die Bleikonzentration im Trinkwasser in der Wohnung der Beklagten die gern. TrinkwV zulässige Höchstmenge überschreitet. Dies hat der Sachverständige Dr. S. in seinem Gutachten vom 18.10.2010 überzeugend festgestellt. Sämtliche Messwerte lagen oberhalb der zulässigen Konzentration, ausgenommen die Werte nach einem Ablaufenlassen von 10 bzw. 15 Minuten.

Die Überschreitung stellt einen Mangel dar, der zu einer Minderung führt. Das Ablaufenlassen des Wassers als Methode zur Verringerung der Bleikonzentration mag über einen Zeitraum von wenigen Sekunden zumutbar sein, für einen Zeitraum von 10 bis 15 Minuten gilt dies jedoch bei weitem nicht mehr. Einen derart langen Zeitraum das Wasser ablaufen zu lassen, bedeutete für den Mieter nicht nur einen nicht zu rechtfertigenden Zeitaufwand, sondern auch eine Verschwendung von Trinkwasser, die sowohl aus umweltbelastenden aber auch aus finanziellen Aspekten dem Mieter nicht zumutbar ist.

Die vorgenommene Minderung der Beklagten in Höhe von knapp 5% (EUR 65,- je Monat) erachtet das Gericht für die vorliegende Beeinträchtigung als angemessen.

AG Hamburg-St. Georg, Urteil vom 28.02.2011 – Az. 910 C 117/10

Kategorie: MIETRECHT , Mietminderung & Mangelbeseitigung