Anscheinsbeweis bei Frostschäden in Mietwohnung

  1. Zwar mag der Erfahrungssatz gelten, daß bei einem Frostschaden in einer Wohnung während der Abwesenheit des Mieters eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür spricht; daß dieser Schaden auf dem Unterlassen erforderlicher und zumutbarer Vorkehrungen gegen Frostschäden beruht.
  2. Einem solchen Anscheinsbeweis ist aber dann die Grundlage entzogen, wenn als ernstliche und nicht nur vage Schadenursache der primäre Ausfall einer außerhalb der Mietwohnung befindlichen Heizungsanlage (hier: in einem vom Vermieter genutzten Erdgeschoßraum) und die erst dann daraus resultierende Beschädigung der Heizkörper in der Wohnung des Mieters in Betracht kommt.

OLG Hamm, Urteil wm 09.06.1995 - Az. 12 U 9/95

Kategorie: MIETRECHT , Mietminderung & Mangelbeseitigung