Zum 75. Geburtstag einen Fragebogen für Konrad Adenauer

10.01.2020

Konrad Adenauer (Fotograf: Christoph Alberto Hardt)

Was denken und fühlen bekannte Zeitgenossen? Welche Vorlieben haben sie? Diese Fragen faszinierten die Menschen schon immer. Anlässlich seines 75. Geburtstages am 9. Januar 2020 bittet die Redaktion von EIGENTUM aktuell den Jubilar, den berühmten Fragen des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871–1922) in etwas abgewandelter Form auszufüllen. Viele Leser kennen den langjährigen Vorstandsvorsitzenden des Vereins in seiner politischen Tätigkeit sowie sein Engagement für die privaten Haus- und Wohnungseigentümer in Köln. Seit seiner Wahl zum Vorstand des Landesverbandes Haus & Grund Rheinland Westfalen im vergangenen Jahr reicht sein Wirken noch über die Landesgrenzen hinaus bis in das politische Berlin. Was aber nur die Wenigsten kennen, sind seine persönlichen und privaten Seiten, über die er hier erstmalig ausführlich berichtet.

Wo und wie möchten Sie leben?

Eigentlich immer in Köln. Zusammen mit meiner Familie. So wie wir jetzt leben: in einem Einfamilienhaus mit Garten und selbstverständlich mit Westorientierung! Es wäre schön, wenn ich noch ein paar Lebensjahre mehr hätte, um das alles noch mehr genießen zu können.

Was möchten Sie von Ihrer Familie erzählen?

Die Vorfahren väterlicherseits kamen aus der Eifel und waren einfache Leute. Die Vorfahren einer Großmutter können auf einen Stammbaum zurückblicken, in dem sogar Karl der Große auftaucht. Das habe ich alles recherchiert. Wir sind eine große Melange aus Rheinland und Westfalen.

Welches Ereignis oder Erlebnis verbinden Sie am engsten mit Ihrem Großvater?

Natürlich fühle ich mich noch bis heute sehr mit dem Haus in Rhöndorf verbunden, weil ich dort einen Teil meiner Kindheit verbracht habe und meinen Großvater tagtäglich sah und sprach. Bis zur Währungsreform 1948 lebte ich dort mit meinen Eltern. Besonders sein Todestag, der 19. April 1967, und die folgenden Feierlichkeiten aus Anlass seiner Beerdigung sind wie eine lange Abfolge von Bildern in meinem Gedächtnis gespeichert. Von der Aufbahrung im Kölner Dom über die Fahrt mit der „Kondor“ auf dem Rhein nach Bonn bis hin zur Beerdigung auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf – an alles kann ich mich sehr lebhaft erinnern.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Mit meiner Familie in auskömmlicher Art und Weise in Frieden zusammen zu leben.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Schwere Krankheiten oder ein früher Todesfall eines Familienangehörigen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Solche aus Flüchtigkeit! Wie man früher in der Schule sagte: Ein Flüchtigkeitsfehler ist nur ein halber Fehler.

Welches sind Ihre persönlichen Stärken?

Ein gutes Gedächtnis, Empathie, klares Denken und Optimismus sowie das Engagement für die Allgemeinheit und Gesellschaft.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Treue und Verbundenheit, auch wenn man sich länger nicht gesehen hat.

Ihr größter Fehler?

Oft bin ich zu nachgiebig und zu gutmütig, was leicht dazu führen kann, ausgenutzt zu werden.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Dummheit und Borniertheit oder wenn Menschen nicht merken, wann man ihnen einen Gefallen getan hat.

Wie möchten Sie sterben?

Gut vorbereitet! Mit Gott und den Menschen versöhnt, friedlich einschlafen.

Ihr Motto?

Semper idem (immer derselbe, im Sinne von immer verlässlich sein).

Was ist für Sie die wichtigste Erfindung der letzten Hundert Jahre?

Auf keinen Fall das Handy! Penizillin und die Atomspaltung zur friedlichen Nutzung.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Gott ist keine Erfindung der Menschen, sondern es ist genau umgekehrt.

Wen möchten Sie gerne persönlich kennenlernen?

Elisabeth II., Königin von England.

Was würden Sie tun, wenn Sie Bundeskanzler wären?

Ich würde die Flut an übermäßigen Vorschriften und endlosen Normen abschaffen, die uns Bürger einengen, bevormunden und nicht zur Erleichterung im Leben beitragen. Kurzum: Deregulierung auf allen Ebenen!

Ihre Heldinnen und Helden?

Jeanne d’Arc, Mutter Teresa, Wilhelm Tell und Thomas Morus.

Ihre liebsten Romanfiguren?

Tom Sawyer und Huckleberry Finn von Mark Twain und Michael Kohlhaas aus der gleichnamigen Novelle von Heinrich von Kleist.

Ihre Lieblingsperson in der Filmgeschichte?

James Mason als Kapitän Nemo in Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“. Liselotte Pulver als Franziska Comtesse von und zu Sandau in „Das Wirtshaus im Spessart“. Heinz Rühmann in dem Drama von Carl Zuckmayer „Der Hauptmann von Köpenick“.

Ihre Lieblingsschriftsteller oder -schriftstellerin?

Johann Wolfgang von Goethe, Theodor von Fontane und Thomas Mann.

Ihr Lieblingsbuch?

Miguel de Cervantes „Don Quichote“ und Germaine de Staëls „Über Deutschland“.

Ihre Lieblingsmaler?

Piero della Francesca, Hans Holbein der Jüngere, Barthel Bruyn.

Welches Design bevorzugen Sie?

Art déco.

Ihre Lieblingsmusik?

Klassische Musik in Form von Symphonien von Beethoven, Brahms, Bruckner und Schubert, Schumann.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lesen, Spazierengehen und Radfahren. Der eine oder andere Aufenthalt in einem Kölner Brauhaus.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Dirigent der Berliner Philharmoniker à la Furtwängler oder Karajan oder ein berühmter Konzertpianist.

Ihre Lieblingsfarbe?

Seit frühester Kindheit schon immer die Farbe Blau.

Ihr Lieblingstier?

Elefant.

Ihre Lieblingsblume?

Freesien, die ich jedes Jahr von meiner Frau zum Geburtstag geschenkt bekomme mit einem wunderbaren vollen Bouquet.

Treiben oder schauen Sie Sport?

Früher gerne Tennis, Skifahren und Wandern. Kein Sport im Fernsehen. Das ist reine Zeitverschwendung. Da kann ich gleich das Testbild schauen, das es allerdings heute nicht mehr gibt.

Welches Auto möchten Sie gerne fahren?

Mercedes Benz 300 SL.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, wie ist es bei Ihnen?

Kölsch & Hausmannskost. Besonders gerne esse ich Kartoffelgerichte in allen erdenklichen Variationen. Genauso Bohnengerichte. Beim Nachtisch schätze ich sehr gerne Pflaumenkuchen oder gedeckten Apfelkuchen. Aber bitte mit Sahne!

Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?

Die Bibel, eine Flasche italienischen oder französischen Rotwein (Grand Cru), ein Kartenspiel zum Patiencelegen.

Fragen von Alexander Wloka

Zum 75. Geburtstag am 9. Januar gratuliert in langjähriger Verbundenheit der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein seinem vorsitzenden Vorstand Konrad Adenauer im Namen der Vorstandsmitglieder, der Geschäftsführung, des Vorsitzenden des Beirats, der Mitarbeiter und der Vereinsmitglieder. In den kommenden Lebensjahren weiterhin viel Erfolg, Schaffenskraft und anhaltende Gesundheit!