Wohngeld unbedingt nutzen

23.04.2020

Wer seine Wohnkosten nicht bezahlen kann, dem droht der Verlust des Wohnraums. Um diese Notlage gerade jetzt in der Corona-Krise zu vermeiden, kann die Wohngeldleistung Selbstnutzer und Mieter zu schützen. Das Wohngeld wird als Mietzuschuss aber auch als Lastenzuschuss für selbstnutzende Eigentümer geleistet. Vielen Mietern und Eigentümern ist das Wohngeld gar nicht bekannt und es wird zu wenig genutzt, obwohl sie möglicherweise berechtigt wären. „Das Land Nordrhein-Westfalen bietet seinen Bürgern schon seit Januar unter www.wohngeldrechner.nrw.de die Gelegenheit, ihren eventuellen Anspruch auf Wohngeld online zu berechnen und sogar direkt einen Wohngeldantrag zu stellen.

Ansprüche schnell ermitteln

Der Vorstandsvorsitzende des Kölner Haus- und Grundbesitzerverein und Präsident des Landesverbandes Haus & Grund RheinlandWestfalen Konrad Adenauer: „Das ist ein Service, den NRW als bislang einziges Bundesland anbietet. So werden Gänge zum Amt überflüssig und Verzögerungen durch den Postweg vermieden.“ Die zuständigen Ämter sollen die Anträge in der aktuellen Situation außerdem mit besonderer Priorität bearbeiten. Das Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Danach ist ein neuer Antrag erforderlich. Zuständig dafür sind die örtlichen Wohngeldbehörden, die Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltungen.

Wer durch Corona Einkommenseinbußen hat, sollte auf jeden Fall den Wohngeldrechner nutzen und ermitteln, ob er anspruchsberechtigt ist. Gerade für Mieter sei das die bessere Lösung, als die Miete schuldig zu bleiben: „Wer die Miete wegen der Corona-Pandemie nicht fristgerecht bezahlen kann, muss sie bis spätestens Juni 2022 inklusive Verzugszinsen nachzahlen. Wohngeld zu beziehen und die Miete weiterhin zu zahlen ist also die günstigere Alternative“, betont Adenauer.

Wohngeld für Eigentümer

Wichtig: Wohngeld wird nicht von allein gezahlt. Wohngeld gibt es nicht rückwirkend, sondern ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Für Eigenheimbesitzer gilt: Grundsätzlich fließt der Lastenzuschuss an jene Eigentümer, deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, um die Wohnkosten für ihr selbstgenutztes Wohneigentum zu tragen. Als Wohnkosten gelten dabei die Ausgaben für das Darlehen (Zinsen plus Tilgung) aber auch Kosten für Instandhaltung, Instandsetzung, Grundsteuer, Versicherungen des Gebäudes, Verwaltungskosten und bestimmte Heizkosten.