Wie viele Jahre braucht Köln noch bis zum Klinikverbund?

12.07.2019

Konrad Adenauer, Vorstandsvorsitzender

Köln zeigt sich wieder einmal von seiner schönsten Seite: schlampig!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zunächst erst mal etwas Vergnügliches.
Nachdem ich seit Ende März des Jahres auch Präsident von Haus & Grund Rheinland Westfalen bin, unterzeichne ich ein Editorial unserer Verbandszeitschrift Haus & Grund Rheinland Westfalen, das die Mitglieder unserer H&G Vereine erhalten, die keine eigene Zeitschrift herausgeben. Dort benutze ich für die Anrede genauso wie oben „Liebe Leserin, lieber Leser“. Bei einem Ehepaar stieß diese Anrede auf Widerspruch. Es empfand sie als zu intim. Es fühlte sich geradezu geduzt und würde lieber lesen „verehrte Leserin, verehrter Leser“. Ich denke noch darüber nach. Hier in Köln und Umgebung bleibe ich bei der gewohnten Anrede, die ich von meinem seligen Vorgänger Hanns Schaefer übernommen habe. Übrigens stammt jedes Wort dieses und meiner früheren Editorials ausschließlich von mir (höchstpersönlich).

Ansonsten gibt es nicht viel zu schmunzeln, weder in der großen noch in der Kölner Politik. Die (nötigen) Kämpfe um die europäischen Spitzenposten sind noch nicht beendet. Ich bin der Auffassung, dass unserem Land kraft seiner Größe und Leistung, mindestens einer der fünf Spitzenpositionen zusteht, nun also Ursula von der Leyen der Kommissionsvorsitz. Dasselbe meint unausgesprochen auch der französische Präsident Macron  hinsichtlich seines Landes (Christine Lagarde). Diese darf den fast wichtigeren Posten einer Präsidentin der Europäischen Zentralbank  nur erhalten, wenn Ursula von der Leyen zur Kommissionspräsidentin wirklich gewählt wird.

Der Brexit zieht sich quälend lange hin, genauso wie die Wahl des Vorsitzenden der britischen Konservativen und des / der Vorsitzenden der SPD. Diese Zustände halte ich für nicht normal, sondern für abstrus und geradezu gefährlich. Ein Wirtschaftsunternehmen könnte sich eine solch lahme Schneckenprozedur nicht leisten. Die Verachtung dafür in den betroffenen Ländern dürfte steigen. Für die SPD ist das Gespann Gesine Schwan/ Kevin Kühnert im Gespräch. Stellen Sie sich das einmal vor! Die Lach- und Heulnummer des Jahrzehnts! Jetzt zögert auch noch unsere Oberbürgermeisterin mit ihrer Entscheidung, ob sie im nächsten Jahr sich einer Wiederwahl stellen will. Die dazu nötigen Gespräche hätten auch schon vor der Sommerpause geführt werden können.

Die Pleitegeschichte des “Kahlenbergs“ (Kalker Obersalzberg) geht und geht nicht zu Ende. Wann und für welche Gegenleistung hat die Stadt der Aufschichtung dieser Halde überhaupt zugestimmt und sie dann auch noch gekauft? Wer trägt für dieses grenzenlose Versagen die Verantwortung? Stadt, nenne mir Namen und Beträge und zitiere die Beschlüsse! Die Bürger wollen Klarheit und Wahrheit

Unsere Oberbürgermeisterin H. Reker bemüht sich seit 1 1/ 2 Jahren um eine wie auch immer geartete Anbindung der drei städtischen Klinken an die Universitätskliniken. Außer Ansätzen von Gutachten ist noch nichts passiert. Auch hier Schneckentempo. Will der Rat der Stadt warten, bis auch die letzte städtische Klinik rote Zahlen schreibt? Die Stadt sollte dankbar sein, wenn ihr diese Sorgenkinder abgenommen werden. Auch die Universität und ihre Klinken waren einmal städtisch. Hat es Köln geschadet, dass sie Landeseigentum geworden sind? Nicht die Bohne! Bloß keinen falschen Stolz vorschützen und glauben, ohne die Klinken in städtischer Hand würden die Kölner medizinisch nicht gut versorgt.

Ein Gutachten empfiehlt neue hauptamtliche Manager für die Holding der städtischen Betriebe, des Stadtwerke-Konzerns. Ich meine, dass die Chefs der städtischen Betriebe ihre nicht schlecht bezahlte Arbeit für diese und ihre nebenamtliche Arbeit für die Holding bisher gut gemacht haben und keiner hauptamtlichen neuen Mitarbeiter neben sich in der Holding bedürfen. Oder man modelt den Konzern um, in dem man die bisherigen Untergesellschaften zu einer Einheitsgesellschaft verschmilzt und eine kräftige hauptamtliche Generaldirektion bildet. Ansonsten hätten wir zwei teure Leitungsebenen.

Am Straßenzustand hat sich bisher nichts geändert, wohl am Zustand des Straßenbegleitgrüns. Dieses ist in die Höhe geschossen und vertrocknet. Unkraut aller Orten! Aber wen kümmert´s? Die Verantwortlichen offensichtlich nicht. Köln zeigt sich wieder einmal von seiner schönsten Seite: schlampig!

Mit den besten Wünschen für eine erträgliche Sommer- und Ferienzeit und nicht zu viele Überraschungen

Ihr

Konrad Adenauer