Verkehrswende zuerst platziert!

05.02.2020

Bild: Stephan Anemüller / Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Jahrespressekonferenz des Vereins am 16. Januar stößt Diskussion zu Verkehrsinfrastrukturkonzept an — Verkehrsdezernentin reagiert mit Interview

Schon Mitte Januar forderten Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes und Vorstandsvorsitzender Konrad Adenauer auf der Jahresauftaktveranstaltung für die Presse, dass die Wohnwende umgehend kommen muss, aber nur einhergehen kann, wenn es ein synchronisiertes Verkehrskonzept gibt. Gerade die geplanten Neubaugebiete, seien es Rondorf Nord, Zündorf Süd oder Kreuzfeld, benötigen schon vor der Fertigstellung eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur. Auch ein weiteres wegweisendes Verkehrsprojekt, dass die Innenstadt vom Heumarkt bis Melaten entlasten würde — die unterirdisch gelegte Ost-West-Achse — unterstützt der Verein mit voller Überzeugung.

Nun äußerte sich die Verkehrsdezernentin Andrea Blome in einem einseitigen Interview in der Kölner Rundschau am Samstag, dem 1. Februar zu der allseits geforderten Verkehrswende. Sie sprach von dem großen Wurf, den die Stadt bräuchte. Sehr ähnlich formulierte es Konrad Adenauer schon in der zurückliegenden Pressekonferenz: „Was mich immer verwundert, ist die Tatsache, dass es anscheinend niemanden in der Stadt gibt, der den großen städtebau- und verkehrsplanerischen Wurf denkt, durchsetzt und vor allen Dingen koordiniert umsetzt!“ Nun scheint endlich die Zeit für den großen Wurf gekommen zu sein. Blome sieht Städte wie Hamburg, die 25 Kilometer U-Bahntunnel planen als großes Vorbild. Gerade eine eng bebaute Stadt wie Köln müsse das Verkehrspotenzial unter der Erde nutzen, damit es für Autofahrer attraktiv wird auf die schnellere U-Bahn umzusteigen. Genau der richtige Zeitpunkt, denn der Bund bereitet gerade Milliardenpakete vor und das Land NRW unterstützt Kommunen mit ÖPNV-Offensiven durch Millionenzuschüsse.

Auch dem Einsatz von Wasserbussen und den Ausbau der der Hohenzollernbrücke steht sie positiv gegenüber. Eine Absage erteilte sie der Idee von Seilbahnen. Allerdings sollte darüber trotzdem nachgedacht, noch besser: geplant werden. Seit einem kürzlich gefassten Bundestagsbeschluss können zukünftig auch Seilbahnen im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes durch Mittel des Bundes gefördert werden. Die Nachbarstadt Bonn steht beispielsweise schon in den Startlöchern.

Die neue Debatte um mehr U-Bahntunnel und ein ganzheitliches Verkehrskonzept, dass von der Politik einheitlich unterstützt und nicht zerredet wird, zeigt wieder einmal, dass der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein immer wieder die richtigen und wichtigen Akzente setzt, wenn es um Fragen der Stadt- und Verkehrsentwicklung in Köln geht.

Link zum Rundschau-Interview