Unsere Rechtsexperten

24.06.2020

Welche Funktion und Aufgabe haben Sie beim Verein?

Als Leiter der Rechtsabteilung stehe ich zusammen mit den Kollegen der Mitgliederverwaltung in erster Linie dafür ein, dass eine reibungslose und umfängliche Beratung unserer Mitglieder in Rechts- und Steuerfragen durch unsere Vertragsanwälte und Steuerberater gewährleistet ist.
Doch neben Führungs- und Organisationsaufgaben gehört die inhaltliche Weiterentwicklung unserer Beratungs-angebote wie das Entwerfen oder Überarbeiten unserer Merkblätter oder Muster-schreiben zu meinen Aufgaben. Auch die ständige „Kontrolle“ und Anpassung der von uns herausgegebenen Mietverträge wird von mir wahrgenommen. Natürlich beatworte ich auch Rechtsanfragen unserer Mitglieder, sei es via Email oder klassisch per Post.
                

Was leistet die Rechtsberatung des Vereins und welchen
Stellenwert hat sie?

Erklärtes Ziel unserer rein außergerichtlichen Beratung ist: unnötige Prozesse zu vermeiden. Mit unseren 22 Vertragsanwälten, mehr als die Hälfte davon sind Fachanwälte für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, konnten im Jahre 2019 rund 15.000 persönliche und telefonische Beratungstermine durchgeführt werden.
Schon vor der Corona-Pandemie gab es bei uns eine ausführliche telefonische Beratungstätigkeit. Mit der Terminstelle ist vorab abzuklären, wann und wie das Gespräch stattfinden soll. Die für die Beratungen benötigten Unterlagen wie Mietverträge, Teilungserklärung usw. müssten dann rechtzeitig vor dem Termin eingereicht werden: per Email, Fax, Post oder persönlichen Einwurf in unseren Hausbriefkasten.
Ein wichtiger Hinweis: Bitte nur Kopien der Unterlagen aus der Hand geben. Doch wir lassen unsere Mitglieder nach der mündlichen Beratung nicht allein. Gerade wegen der Fallstricke bei juristischen Formulierungen bieten wir an, die oftmals streitige Korrespondenz mit Mietern, Nachbarn, Verwaltern oder Miteigentümern – gegen Gebühr – zu übernehmen.

 

Welche juristischen Sachbereiche decken Sie mit Ihrer Abteilung ab?

Die meisten Beratungen und Interessenvertretungen laufen im Bereich „Miet- und Wohnungseigentumsrecht“.  Daneben decken wir noch zusätzlich die Fachgebiete Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht und Bank- und Kapitalmarktrecht ab. Last but not least stehen wir bei Rechtsfragen rund um den Immobilienerwerb zur Verfügung. Da der Fiskus Forderungen an Immobilienei-gentümer richtet, haben wir noch zwei Steuerberater in unserem Beraterteam.

Welche Themengebiete werden besonders in Anspruch genommen?

Ich habe mir einmal die Zahlen zu den Schreibaufträgen in 2019 angeschaut. Die drei „beliebtesten“ Themengebiete stammen aus dem Mietrecht: Platz 3 „Mieterhöhungen“, Platz 2 „Kündigungen“ und Platz 1 „Abmahnungen“.  Auf einem weit abgeschlagenen Platz kommen Streitigkeiten wegen der Betriebskosten.
Auch die Fälle zum Wohnungseigentumsrecht sind gering und können auch so erklärt werden: Als Wohnungseigentümer lebt man in einer Wohnungseigentümergemeinschaft unter einem Dach. Bevor man hier gleich uns als Interessenvertretung einschaltet, wird zunächst versucht das Problem eigenständig zu bewältigen.
Hierbei helfen dann die Beratungsgespräche, in denen dann juristisch fundiert geklärt werden kann, was wer fordern könnte oder auch nicht. Allein diese Wissensvermittlung verhilft vielen Mitglieder sich optimal zu positionieren.

Wer kann die Leistungen in Anspruch nehmen und auf welchem Wege?

Schnelle Fragen können unsere Mitglieder per E-Mail oder telefonisch Kurzberatung (s.u.) klären. Sobald es aber in die Details geht, also Dokumente wie Mietverträge und Korrespondenzen gesichtet werden müssen, ist ein persönlicher Beratungstermin bei einem unserer Vertragsanwälte erforderlich. Denn neben dem eigentlichen Rechtsproblem besteht dann meist weiterer Klärungs- und Gesprächsbedarf von der Mieterhöhung über etwaige Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen bis hin zur Ausstattung und Lage des Objektes. Ein Beratungstermin ist in der Regel innerhalb weniger Tage erhältlich.

Warum ist die Beratungsleistung für unsere Mitglieder so wichtig?

Aus vielen Gesprächen konnte ich mitnehmen, dass schon das vertrauliche Gespräch mit unseren Fachleuten oder die kurze Emailantwort mit Hinweisen zur Rechtslage eine beruhigende Wirkung auf die meisten Betroffenen haben. Wichtig ist in erster Linie, einen kompetenten und bekannten Ansprechpartner zu haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Mitglieder in der Regel keine gewerblichen Großakteure am Immobilienmarkt sind, sondern es sich meistens um private Eigentümer und/oder Vermieter handelt. Sollte es tatsächlich zu Rechtsstreitigkeiten kommen, stehen unsere Rechtsberater nicht nur mit Rat, sondern mit Tat, gerade bei der Übernahme der komplizierteren Korrespondenz zu Verfügung. Ich denke, dass wir ein gutes Gefühl der Sicherheit vermitteln.


Was würden Sie den Mitgliedern zurzeit besonders ans Herz legen?

Als katholischer Rheinländer bin ich dem Kölschen Grundgesetz sehr eng verbunden und verweise gerne auf den aufmunternden Lichtblick „Et hätt noch emmer jootjejange!“. Bleiben Sie gesund und munter!

Zur Person
Jahrgang 1976, Studium der Rechtswissenschaften in Bonn, Referendariat in Köln und Umgebung.  Seit Dezember 2005 beim Verein als Leiter der Rechtsabteilung. Meine Passion für Immobilien macht vor meinem Privatleben keinen Halt. So bringe ich mein juristischen Know-how auch ehrenamtlich als beratendes Beiratsmitglied eines Bonner Hausbauvereins für Studenten sowie als (rechts-)beratendes Mitglied des Kirchenvorstands meiner Pfarrgemeinde ein.