Teures Gas

01.08.2022

Erhöhung der Gaspreise plus Energieumlage nicht vom Vermieter tragbar

Die RheinEnergie wird zum 1.10. die Gaspreise um bis zu 120 Prozent  anheben. Für eine 70 Quadratmeter  Wohnung bedeutet das bei einem Verbrauch von ca. 10tsd Kilowattstunden Mehrkosten von 1044 Euro im Jahr. Auch bei der Fernwärme kommt es zu einer Preiserhöhung, hier um ca. 73 Prozent.

Zusätzliche Energieumlage

Ab Oktober wird dann noch die neue Energieumlage der Bundesregierung zu Buche schlagen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kündigt an, dass die Kosten zwischen 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde liegen können.  Bei zwei Cent Umlage hätte ein Vier-Personen-Haushalt, im Rechenbeispiel eine Familie mit zwei Kindern, bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (auf einer Fläche von 180 Quadratmetern) Mehrkosten von 476 Euro im Jahr zu tragen. Bei einer Umlage von fünf Cent müsste die Familie sogar 1190 Euro zusätzlich aufbringen.

Es wird dabei eine nicht unerhebliche Anzahl an Mietern aber auch Immobilieneigentümer geben, für die eine solch massive Preiserhöhung finanzielle Schwierigkeiten bedeuten.
Es stellt sich daher die Frage, wie diesen Menschen geholfen werden kann. Da diese Preiserhöhung absehbar nicht die letzte sein wird, ist es eine hoheitliche Aufgabe, den Menschen in finanzieller Not Hilfsangebote zu unterbreiten.

 

Schon jetzt erteilt der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein jedoch den Plänen der SPD Fraktion im Bundestag eine Absage, diese Aufgabe allein den privaten Vermietern aufzubürden.

Dass die privaten Vermieter ihren sozialen Verpflichtungen nachkommen, haben sie hinlänglich in der Coronapandemie bewiesen. Hier hat es vor allem bei den Wohnraummietverhältnissen schon vor den staatlichen Regelungen Vereinbarungen gegeben, die den Mietern den Verbleib in der Wohnung gesichert haben. Die privaten Vermieter jedoch jetzt als „Kreditanstalt“ zu benutzen übersteigt die Leistungsfähigkeit vieler Vermieter.

Keine finanziellen Spielräume

Der Verein hat mit einer Studie des IW Köln nachgewiesen, dass fast die Hälfte aller Kleinvermieter weniger als 5.000 Euro im Jahr mit der Vermietung erwirtschaften. Wenn schon bei einer Wohnung der „Kreditbedarf“ bei über 1.000 Euro liegt, dann ist die Leistungsfähigkeit der Vermieter schnell erschöpft. Auch das Einräumen eines zinslosen Darlehens geht wohl an den Bedürfnissen der Realität vorbei. Darüber hinaus wird der Gaspreis ja nicht nach einem halben Jahr wieder auf das alte Niveau sinken, so dass die Probleme hier nur zeitlich verschoben werden. Es bedarf daher einer langfristigen Lösung.

Sehr viel schneller und unbürokratischer wäre es, wenn die Staatshilfe den Energieunternehmen zukommt und die Zahlungsausfälle dort bearbeitet werden. Gerade bei den Unternehmen gibt es die notwendigen Ressourcen und Kenntnisse, um diese Situation beherrschen zu können.
Der Verein rät dringend den Vertragsparteien, Vereinbarungen über die Anpassung der Abschlagszahlungen abzuschließen, damit die Nachzahlungen nicht so hoch ausfallen.

Pressemitteilung des Landesverbandes RheinlandWestfalen zum Download