Starkregenvorsorge – jetzt handeln

14.09.2018

Leitfaden wassersensibel planen und bauen in Köln (Quelle: StEB Köln)

Belastungszustand je nach Intensität des Regens (Quelle: StEB )

Die Häufigkeit von Starkregenereignissen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Ein Trend, der — nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels — weiter anhalten wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen Hochwasserschutz betrifft Starkregen auch Gebiete, die weit weg von Gewässern liegen können und bislang als »überflutungssicher« galten. Die Vorwarnzeiten beschränken sich bei einem Starkregenereignis auf ein paar Stunden, wobei der von einem extremen Regenereignis unmittelbar betroffene Bereich kaum zu lokalisieren ist. Das Kölner Kanalnetz hat ausreichend Kapazitäten um herkömmliche Regenereignisse schadlos abzuführen. Kommt es jedoch zu außergewöhnlichen Regenereignissen, lässt es sich nicht verhindern, dass sich Wasser auf der Oberfläche sammelt.

Selbst großzügig dimensionierte Abwasseranlagen reichen nicht aus, um diese Wassermengen zu bewältigen. Häufig sind sogar noch Kapazitäten im Kanal vorhanden, jedoch können die großen Wassermassen in solch kurzer Zeit nicht in die Kanalisation gelangen. Gesamte Straßenzüge müssten mit Gullys versehen werden, damit das Wasser annähernd aufgenommen werden könnte. Demnach ist und kann eine Kanalisation auf solch heftige Regenereignisse nicht ausgelegt sein. Vielmehr muss ein Zusammenwirken von Maßnahmen im öffentlichen, aber auch im privaten Be-reich erfolgen. Die Überflutungsvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe!

Die StEB Köln beschäftigen sich bereits seit vielen Jahren mit der Thematik Starkregen, um die nöti-ge Unterstützung zur Vermeidung oder Reduzierung von Schäden zu bieten. Seit Frühjahr 2017 stehen neben den bereits vorhandenen Gefahrenkarten zu Hochwasser und Grundhochwasser nun auch Starkregengefahrenkarten auf der Internetseite der StEB Köln bereit. Die Überflutungskarten sind das wichtigste Werkzeug zur Information und Sensibilisierung. Zudem sind sie Grundlage um geeignete Maßnahmen der Eigenvorsorge zu erörtern. Die Gefahrenkarten zeigen, wo im Kölner Stadtgebiet besondere Gefahren durch Hochwasser, Grundhochwasser und Starkregen bestehen.
Die Blautöne verdeutlichen wo und wie stark sich das Wasser nach einem Starkregenereignis sammeln wird. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei der Karte um eine Oberflächenberechnung handelt, die ausschließlich die Topographie berücksichtigt.

Es besteht eine Gefährdung laut Starkregengefahrenkarte – Was kann ich selber tun?

Auf der Themenseite www.steb-koeln.de/starkregen wird erläutert, was Bewohnerinnen und Bewohner zu ihrem eigenen Schutz tun können und warum es eigentlich zu Überflutungen kommen kann. Konkrete Hinweise zu Schutzmaßnahmen liefert auch der Leitfaden »Wassersensibel planen und bauen in Köln«, der als PDF-Dokument heruntergeladen werden kann oder den die StEB Köln gerne zusenden.

Wussten Sie, dass ein fehlender oder nicht gewarteter Rückstauschutz die häufigsten Schadensur-sache bei Starkregen ist?

Und das, obwohl dieser Rückstauschutz seit vielen Jahrzehnten überall vorgeschrieben ist.

Um Informationen wie diese weiterzugeben, kommt bei den StEB Köln allen Informationen zur Überflutungsvorsorge aus Wassergefahren eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn nur durch das Zusammenwirken von öffentlicher und privater Hand können Schäden in Folge von Starkregen minimiert werden. Ziel ist es daher die Kölner Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Gefahren durch urbane Überflutungen zu informieren, ihnen Tipps für Objektschutzmaßnahmen zu geben und so die Resilienz zu stärken und Handlungsbereitschaft zu erzeugen.

Daher sind die StEB Köln regelmäßig mit einem Informationsstand bei Veranstaltungen, wie dem „Klimatag“ im Kölner Zoo oder dem „Tag des guten Lebens“ und anderen öffentlichen Veranstaltungen. Darüber hinaus finden wiederholt Abendveranstaltungen mit Vorträgen zum Thema Überflutungsvorsorge in Kooperation mit Kölner Bürgervereinen in den unterschiedlichsten Kölner Stadtteilen statt.

Sie möchten mehr über das Thema der Überflutungsvorsorge wissen? Dann besuchen Sie unsere Informationsseiten unter: www.steb-koeln.de/starkregen

Als Ergänzung zum Überflutungsschutz und als Teil der Klimaanpassungsstrategie wird der zukünftige Umgang mit Regenwasser zur Hitze- und Trockenwetterprävention in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema zum Schutz der Kölner Bevölkerung sein. Die StEB Köln und die Stadt Köln gehen dabei mit gutem Beispiel voran. Bei der Planung neuer Stadtquartiere wird die wassersensible Stadtplanung konsequent berücksichtigt. Zudem wird die Versickerung von Regenwasser sowohl in Neubaugebieten als auch im Bestand angestrebt, um das Wasser dem Kreislauf zurückzuführen sowie zur Bewässerung und damit auch zur Kühlung zu nutzen. Gleichzeitig können dabei Wasser- und Abwassergebühren eingespart werden.

Nicht nur bei der Planung neuer Stadtquartiere wird die Überflutungsvorsorge beachtet. Derzeit wird untersucht, ob Verkehrs- und Freiflächen im Bestand zu multifunktionalen Flächen umgebaut werden können, so dass sie bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen als urbane Retentionsflächen, sogenannte Citypolder, dienen können. Zwei Flächen in Eil dienen hierbei als Pilotvorhaben.

Die StEB Köln, Die WasserBesserMacher