Richtiges Verlegen von Elektroleitungen

26.01.2018

Richtiges Verlegen von Elektroleitungen

Welcher Hauseigentümer hat dieses Erlebnis nicht auch schon gehabt: Man will nur kurz ein Bild aufhängen, holt die Bohrmaschine raus und trifft genau ein Elektrokabel. Am Ende sind die Reparaturarbeiten sehr viel teurer geworden als der Wert des Bildes.

Doch eigentlich hätte an dieser Stelle ja gar keine Leitung liegen dürfen. Hier hätte sicher der Einsatz eines Detektors geholfen, mit dessen Hilfe sich metallische Gegenstände aller Art unter Putz orten lassen. Dabei lassen sich falsch verlegte Leitungen nicht nur in Altbauten finden. Auch bei Neubauten passiert es hier und da immer noch, dass eben doch manchmal die kürzeste Verbindung genommen und keine Rücksicht auf die üblichen Installationszonen genommen wird. So ist jeder Bauherr, egal ob beim Neubau oder bei der Renovierung, gut beraten, bei der Verlegung von Leitungen ein wachsames Auge zu haben. Vor allem ist es ratsam, die Lage der Leitungen fotografisch zu dokumentieren. Nur wenige Architekten geben ihre Zeichnungen für Leitungen an den Bauherren heraus, da sie keine Gewähr für die präzise Verlegung übernehmen wollen. Eine Dokumentation der Leitungen ist jedoch nicht nur für den Eigentümer interessant, wenn er sich nach Jahren an die Lage erinnern soll, sondern vor allem auch für potenzielle Käufer von Immobilien.

Fachbetriebe halten sich aber in der Regel an die im Folgenden genannten Leitungszonen.

Zonen im Wohnbereich

In der Regel werden Elektrokabel senkrecht, waagerecht und nur in bestimmten Installationszonen verlegt. Bei senkrechten Wandleitungen ist die Zone 20 cm breit und beginnt in einem Abstand von 10 cm von Fenster- bzw. Türöffnungen oder Ecken.

An Fenstern, zweiflügeligen Türen und Wandecken werden die senkrechten Installationszonen an beiden Seiten angeordnet. Bei einflügeligen Türen ist nur eine Installationszone erforderlich, diese ist an der Schlossseite der Tür vorzusehen.

Waagerechte Wandleitungen liegen in einer Zone von 30 cm Breite. Diese Zone beginnt jeweils in 15 cm Abstand vom fertigen Fußboden und der Decke. Neben der oberen und unteren Installationszone gibt es bei Räumen, für die eine Arbeitsfläche vorgesehen ist, noch eine mittlere Installationszone. Dies ist vor allem bei Küchen und Hauswirtschaftsräumen der Fall.

Durch diese Festlegung soll die problem- und gefahrlose Versorgung der Betriebsmittel, wie beispielsweise der Steckdosen über den Arbeitsflächen, gewährleistet werden. Die mittlere Zone beginnt in einem Abstand von 100 cm vom fertigen Fußboden und ist ebenfalls 30 cm breit. Schalter in einem normalen Wohnraum sind in einer Höhe von 105 cm angeordnet.

Schalter und Steckdosen über Arbeitsflächen sind normalerweise in einer Höhe von 115 cm installiert (mittlere Installationszone). Für Fußboden und Decke sind keine Installationszonen vorgesehen. Man kann aber davon ausgehen, dass die Leitungen auf dem kürzesten Weg verlegt werden. Auch hier gilt: Fotodokumentation im Rohbauzustand ist ratsam. Leitungen für Deckenanschlüsse werden meistens schon mit in die Betondecke verlegt. Lässt sich ein Schaden in der Wand noch relativ problemlos beheben, so sieht es bei einer Betondecke erheblich schwieriger aus.

Zonen im Badezimmer

Im Badezimmer gelten andere Regeln. Hier ist Wasser und damit ein sehr viel höheres Gefahrenpotenzial mit im Spiel. Daher gibt es hier nur eine obere Installationszone. Diese verläuft waagerecht in einem 30 cm breiten Streifen 15 cm unter der Decke. Weiterhin ist das Bad in mehrere Bereiche eingeteilt. Der Bereich 0 ist der wohl sensibelste. Hier geht es um Leitungen innerhalb von Badewannen oder Duschbecken. Dort dürfen nur Betriebsmittel verwendet werden, bei denen die Verwendung in Badewannen ausdrücklich erlaubt ist. Beispiel: Duschen oder Badewannen mit Beleuchtung. Der Bereich 1 erstreckt sich senkrecht über dem Bereich 0 bis zu einer Höhe von 2,25 m.

Dieser Bereich darf – wenn überhaupt – nur ortsfeste Abluftgeräte und Wassererwärmer enthalten. An den Bereich 1 schließt sich mit einem Radius von 60 cm der Bereich 2 an. Hier dürfen neben Abluftgeräten und Wassererwärmern noch Leuchten installiert werden. Leitungen, Schalter und Steckdosen sind in den Bereichen 0,1 und 2 nicht erlaubt, es sei denn, es sind Schalter der Verbrauchsmittel, die in den Bereichen 1 und 2 fest angebracht sind. Dort sind auch Zuleitungen erlaubt, wenn sie senkrecht verlegt und von hinten in die Geräte eingeführt werden. Der Bereich 3 schließt sich in einem Radius von 240 cm an den Bereich 2 an. Hier darf es auch Steckdosen geben. Diese müssen aber zwingend mit einer F1-Schutzeinrichtung geschützt sein und einzeln von Trenntransformatoren oder mit Schutzkleinspannung gespeist werden. Auch die Installation von Verbindungsdosen ist im Bereich 3 erlaubt. Nicht erlaubt sind Leitungen, und zwar in allen Bereichen, die der Versorgung anderer Räume oder Orte dienen.

Werden diese grundlegenden Regeln bei der Verlegung von Elektroleitungen beachtet, so können auch die Bilder wieder gefahrlos aufgehängt werden.