Kölner Höhenkonzept auf der Kippe

07.05.2021

Kölner Höhenkonzept kurz vor der Bedeutungslosigkeit


Es war eine leidenschaftliche Debatte im Kölner Rat, die man selten so erlebt. Am 6. Mai entschied das Ratsbündnis aus Grüne, CDU und Volt die Beauftragung einer Massestudie für ein Hochhaus am Friesenplatz. Noch ist keine endgültige Entscheidung getroffen, aber die Redebeiträge des Bündnisses ließen keinen Zweifel daran, dass man sich an dieser Stelle ein Hochhaus sehr gut vorstellen könnte. Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes zum Verlauf der Ratssitzung: "Es sollen Fakten geschaffen und das Verfahren forciert werden. Verlierer ist das Kölner Stadtbild."

Bündnis als Hochhaustreiber

Treiber des Ganzen scheint die CDU zu sein, denn es wurden alle Register gezogen, die Abweichung vom geltenden Höhenkonzept zu rechtfertigen. Bei den Grünen konnte man bemerken, dass sie es sich mit der Entscheidung nicht ganz leicht machten. Ein wirkliches Bekenntnis hört sich allerdings anders an. Angesichts des Flächenmangels in Köln bedürfe es mehr Hochhäuser, um vor allem dem Mangel an Gewerbeflächen entgegen zu wirken.

Immer wieder wurde angemerkt, dass man sich an dieser Stelle ein Hochhaus sehr gut vorstellen könnte. So scheint wenigstens für den einen oder anderen ein eindeutiger Ausgang des Verfahrens sehr wünschenswert zu sein.

SPD und Linke unterstützen den Verein

Da half auch der vehemente Vortrag der Linken nichts, die sich - und das ist überaus selten - den Sorgen des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins anschlossen und ihre Bedenken bezüglich des Kölner Stadtbildes äußerten. Am Ende beschlossen Grüne, CDU und Volt vor allem gegen die Stimmen von SPD und Linke, die Studie in Auftrag zu geben.

Die Verwaltung warnt

Die Verwaltung warnt indes vor der kommenden Bedeutungslosigkeit des geltenden Höhenkonzepts. Ein solcher Präzedenzfall würde allen anderen Begehrlichkeiten Tür und Tor öffnen. Erst kürzlich äußerte sich das Baudezernat mit den Worten: "Es soll kein Mainhatten in Köln geben."