Fifty-Fifty Lösung bei Renovierungskosten

28.09.2020

Der Vermieter ist nun während des Mietverhältnisses zur Ausführung der Schönheitsreparaturen bei wesentlicher Verschlechterung des Zustandes verpflichtet. Mieter müssen sich aber an den Renovierungskosten regelmäßig zur Hälfte beteiligen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Juli in zwei Fällen entschieden (BGH VIII ZR 163/18 und VIII ZR 270/18). Was eigentlich zu einer paritätischen Kostenverteilung führen soll, könnte bei der praktischen Umsetzung eher zu großen Problemen und wachsendes Misstrauen zwischen Mietern und Vermietern während der laufenden Mietverhältnisse führen.

Auseinandersetzugen vorprogrammiert

Ein Mieter, der eine nicht renovierte Wohnung mietet, dekoriert und verschönert diese regelmäßig nach eigenen Wünschen durch Eigenleistung. Übernimmt jetzt der Vermieter die Schönheitsreparaturen, müssen Mieter und Vermieter während des laufenden Mietverhältnisses immer im Einzelfall klären, wann und mit welchen Mitteln diese ausgeführt werden. Außerdem könnte es regelmäßig zum Streit kommen, wenn die Stilvorstellungen der Renovierungen der beiden Parteien unterschiedlich sind.

Klares Gesetzt notwendig

Günstiger wird es auf jeden Fall für keine der beiden Seiten. Sollte ein Vermieter während eines laufenden Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen auszuführen, versucht dieser die Kosten in die Miete einzupreisen, was in heutigen Zeiten der Mietpreisbremsen und -restriktionen nicht mehr so einfach ist. Die Mieter tragen nach einer professionell durchgeführten Schönheitsrenovierung den Selbstanteil an den angefallenen Kosten, die schnell zu einem vierstelligen Betrag werden kann.
Auf weitere Sicht ist jetzt der Gesetzgeber gefordert, die Wohnkosten durch Eigenleistungen der Mieter zu senken, indem dies gesetzlich und verbindlich geregelt wird.