Mehr Wohnen und Verkehrsinfrastruktur

17.01.2020

Konrad Adenauer und Thomas Tewes

Konrad Adenauer und Thomas Tewes fordern auf der Jahrespressekonferenz die Wohnwende

Köln wächst unaufhörlich. Heute leben schon 1,090 Millionen Menschen in Köln. 2030 sollen es 1,133 Millionen sein. 2040 platzt die Stadt aus allen Nähten, wenn bis dahin noch einmal 25.000 Bewohner hinzukommen. Soweit die Zahlen der Stadt Köln. Laut den Statistikern von IT NRW soll sich der Zuwachs sogar bis auf 1.251.000 Millionen hinauslaufen. Auf der Jahrespressekonferenz 2020 am 16. Januar erläuterten der Vereins-Vorstandsvorsitzende Konrad Adenauer und der Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes die Folgen für die Stadt, wenn nicht die Wohnwende in Form von Ausdehnung der Bauflächen ins Umland, gekoppelt an ein ganzheitliches Verkehrsinfrastrukturkonzept kommt.
Gemäß des Regionalplans der Bezirksregierung Köln aus dem Jahre 2018, der sich nach dem prognostizierten Bevölkerungszuwachs richtet, benötigt die Stadt Köln ohne Gewerbegebiete 2.637 Hektar für Wohnen und Mischnutzung. Das entspräche etwas mehr als die Fläche der gesamten Stadt Siegburg (2.347 Hektar). „Entgegen der Proteste des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen den Flächenverbrauch darf es keine Tabus mehr bei der Flächenauswahl für Neubaugebiete geben“, sagte Tewes, „außerdem sollten sowohl bei Neubauten generell höhere Geschosszahlen als auch in den Randgebieten festgelegt werden.“

Abgesehen von der Wohnungsknappheit muss die Stadt Köln eine Verkehrsinfrastruktur schaffen, die den neuen Anforderungen zeitgemäß begegnet. Schon vor dem Baubeginn von Neubaugebieten wie Rondorf Nord, Zündorf Süd oder Kreuzfeld soll die benötigte Verkehrsinfrastruktur bereitstehen — nicht umgekehrt wie es seit Jahren praktiziert wird. Konkret hieße das, dass ein schneller und unbürokratischer Ausbau der KVB Linie 7 bis Niederkassel und Linie 5 bis Meschenich umgesetzt werden sollte. Neben weiteren Aspekten wie Abschaffung der Pförtnerampel, Park & Ride Möglichkeiten für Pendler und Besucher aus allen Himmelsrichtungen stand auch der unterirdische Ausbau der Ost-West-Achse vom Neumarkt bis Aachener Straße als eine wichtige Forderung im Raum. „Was mich allerdings immer verwundert“, so Adenauer, „ist die Tatsache, dass es anscheinend niemanden in der Stadt gibt, der den großen städtebau- und verkehrsplanerischen Wurf denkt, durchsetzt und vor allen Dingen koordiniert umsetzt!“