Keine Platzkultur in Köln

08.10.2008

Es ist schon fast beängstigend, mit welcher Ignoranz die Stadtverwaltung mit den Kölner Plätzen verfährt, im Großen wie im Kleinen. Kaum ist der Platz hinter dem Kolumbamuseum fertig, werden mitten auf den Platz Verteilerkästen gestellt und damit der ganze Platz zerstört.

Hanns Schaefer, Vorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888, wandte sich in einem offenen Brief an die Parteien im Rat der Stadt Köln:

„Sie wollen sich bitte daran erinnern, dass ich gegen die wild aufgestellten Verteilerkästen der Telekom nicht nur meine Bedenken, sondern meine Kritik zum Ausdruck brachte. Nach¬drücklich habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass je nachdem, wo sie aufgestellt werden, diese verkehrsbehindert sein können und habe davor gewarnt, sie vor Baudenkmälern oder historischen Gebäuden aufzustellen.
Der zuständige Beigeordnete für das Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen, Bernd Streitberger, beschwichtigte immer wieder meine Bedenken und sagte zu, mit Sorgfalt die Plätze und deren Standorte im Einvernehmen mit den zuständigen Ämtern zu prüfen.
Kaum ist der kleine und intime schöne Platz hinter dem Kolumba-Museum gestaltet und fertig, stellt die Post nun zwei ihrer hässlichen – inzwischen besprühten – Kästen direkt in den Eingang des Platzes und so auch direkt vor die Linde, die seit Februar d. J. meinen Namen trägt. RheinEnergie darf nicht fehlen und platziert ebenfalls zwei Kästen an die antike Mauer des Museums.
Ich stelle fest, die Kölner Parteien haben offensichtlich kein Verhältnis zu den Plätzen und keine Ehrfurcht vor antiken Bauten sowie keine Achtung vor dem neu geschaffenen Kolumba-Museum. Da die Kästen sofort, wenige Stunden nach Aufstellen bereits beschmiert wurden ist dies ein weiterer Frevel.
Der Rat und die Verwaltung tragen die Verantwortung. Ich frage als Bürger dieser Stadt: wo sind der Gestaltungsbeirat, der Kunstbeirat und das Kunstdezernat?
Diesmal erwarte ich eine Antwort auf diese meine Fragen.“