Grober Undank der Beschenkten?

18.01.2008

Die völlig verbaute Sicht auf den Dom.

Freier Blick auf den Dom / Würdige Domumgebung? Kommt die Stadt Köln ihren Verpflichtungen nach?

Der Streit um eine würdige Gestaltung der Domumgebung geht in eine neue Runde, nachdem die Rot-Grüne Ratsmehrheit in Köln die Skater auf dem Roncalliplatz belassen will. Jetzt wollen engagierte Kölner prüfen lassen, ob die Stadt die im 19. Jahrhundert eingegangenen Verpflichtungen, dazu zählt die allzeit freie Sicht auf den Dom, verletzt. Auch der Zentral-Dombau-Verein wird in dieser Frage jetzt aktiv.

 Wer mit geschultem Auge den Kölner Dom in seiner Umgebung betrachtet, wird sich eines Gefühls der Unzufriedenheit nicht erwehren können“. Angesichts dieser Zeilen wird es nicht wenige Zeitgenossen geben, die heftig zustimmend nicken. Doch wie es scheint, ist das Klagen und Jammern über die Zustände am Dom und die Gestaltung der Domumgebung kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts empörte sich der langjährige Regierungsbaumeister Bohrer in einem vielbeachteten Aufsatz, der als Sonderdruck 1904 im J. P. Bachem Verlag erschien, über die nach seiner Ansicht misslungene Freilegung des Doms. Wo einst in einem Gewirre von engen Straßen und Gassen kleine und größere Häuser standen, aus deren Mitte der Dom jahrhundertelang, wenn auch zum Teil als Ruine, wie ein ungeheures Denkmal emporragte, „befindet sich heute ein buntes Durcheinander von Laternen, Kandelabern, Drahtmasten, Rettungsinseln und Blumenbeete, schöne und weniger schöne, im einzelnen den praktischen Bedürfnissen vortrefflich angepasst, in der Gesamt-Anordnung aber dem fühlenden Menschen ein Graus, auf, man möchte sagen, amorphen Plätzen, die willkürlich ineinanderfließen.“