Ausstellung Rolf Jahn

04.08.2020
"Zeitnehmer", RolfJahn, 2005 und 2007. Acrylfarbe auf Leinwand, 190 x 140 cm

"Zeitnehmer", RolfJahn, 2005 und 2007. Acrylfarbe auf Leinwand, 190 x 140 cm

"Drillinge", Rolf Jahn, 2017. Acrylfarbe auf Leinwand, 110 x 160 cm

"Drillinge", Rolf Jahn, 2017. Acrylfarbe auf Leinwand, 110 x 160 cm

"Läufer", Rolf Jahn, 2020. Acrylfarbe auf Leinwand, 140 x 100 cm

"Läufer", Rolf Jahn, 2020. Acrylfarbe auf Leinwand, 140 x 100 cm

"ohne Titel", Rolf Jahn, 2020. Acrylfarbe auf Leinwand

Rolf Jahn in seinem Atelier in Köln Nippes

Atelierimpressionen No. 1

Atelierimpressionen No. 2

Rolf Jahn, Zeichner und Maler seit 1981 und Begründer seiner eigenen Kunstrichtung – der Raldystischen Kunst. Seine Bilder sind in der Hauptgeschäftsstelle am Hohenzollernring 71–73 vom 31.07. bis 18.09.2020 unter Beachtung der entsprechenden Hygieneregeln zu sehen.

Sie können uns zu den bekannten Öffnungszeiten besuchen. Maximal vier Besucher, Mundschutz ist Pflicht, Hände am Eingang desinfizieren und nach maximal 30 Minuten das Haus wieder verlassen. Hier ein Kurzinterview, das mit dem Maler kürzlich in seinem Atelier geführt wurde sowie eine kleine Auswahl seiner Werke:

 

Fünf Fragen an Rolf Jahn

 

Wie würden Sie Ihren Malstil einordnen?


Es hört sich vielleicht ein wenig paradox an, aber viele Betrachter meiner Bilder sehen natürlich die Einflüsse verschiedener Malrichtungen aus dem vergangenen Jahrhundert: Picasso, Klee etc. Allerdings finde ich die sogenannte Volkskunst aus Afrika, Australien oder Japan mit ihren figürlichen Schnitzereien oder Tonarbeiten viel spannender. Sie kommt direkt aus dem Innersten der Menschen heraus und benötigt keinen akademischen Ansatz. So male und zeichne ich auch. Erst ist es nur eine schnelle Linie, aus der dann eine Figur entsteht. Ähnlich verfahre ich beim Malen. Zuerst sind es abstrakte Bildhintergründe, die ich aber meistens nicht lange aushalten kann. Auf diesen erschaffe ich dann etwas Figürliches und verbinde beides zu einer fiktiven Welt.



Sie haben den Begriff der Raldystischen Kunst erfunden. Was bedeutet dieser?

Eigentlich ist das Wort „raldy“ meiner Kindersprache entnommen, das ein gewisses Unbehagen oder Distanz gegenüber meiner Umwelt signalisierte. Ich habe dann gemalt und gezeichnet, um danach gestärkt ins Familien- und Schulleben zurückzukehren. Als ich anfing Kunst zu studieren, war kurz vorher Joseph Beuys gestorben. Von ihm stammt das Zitat: „Jeder ist ein Künstler.“ Da war für mich klar, dass ich als Künstler auch einen eigenen Kunstbegriff für meine Arbeiten prägen möchte. So entstand der Raldysmus: Die Kunst, aus der unbewussten Linie ein bewusstes Bild zu kreieren.


Ihre Bilder sind farbenfroh und optimistisch — war das schon immer so?

Anfang der Achtziger mit dem Aufkommen der ‚Neuen Wilden‘ wie Dahn, Dokupil, Adamski und andere wurde die Kunst wieder bunter. Ich malte auch mit viel Farbe, aber meine Bilder waren eher dunkel. Der Wechsel und im gewissen Sinne der Weg zur farbenkräftigen Malerei kam mit dem Studium an der Fachhochschule Köln. Dort begann ich mit meinen Strichzeichnungen, die ich bis heute beibehalten habe und sogar als Motive von damals für neue Bilder nutze.

 

Verstehen Sie sich als Maler oder Künstler?

Ich bin eindeutig ein Maler. Ob ich ein Künstler bin, können die Leute selbst entscheiden. Ich male Bilder und liebe die Variation. Ich freue mich jedes Mal über ein neues Werk, das ein Ergebnis meiner Befindlichkeit und Kreativität ist.



Warum sind Sie in Köln tätig?


Nun, ich war und bin ja nicht nur in Köln aktiv, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Trotzdem ist meine Heimat hier in der Stadt, wo ich seit 1984 mein Atelier habe und gut vernetzt bin. Es ist schön, zu sehen, dass meine Wandmalereien das Stadtbild auffrischen, wie zum Beispiel an Hausobjekten verschiedener Kölner Wohnungsbaugesellschaften oder in der Fasanerie im Kölner Zoo. Meine Wandmalerei ist aber auch in vielen privaten Wohnungen und Treppenhäusern zu finden.