#5 Update FAQ zur Umweltkatastrophe

26.07.2021

FAQ: Was tun als Immobilieneigentümer bei Naturkatastrophen wie
Starkregen und Überflutungen?

In ausgerufenen Katastrophen- oder Gefahrengebieten gilt primär, sich selbst vor Lebens- und Leibgefahren zu schützen. Bitte folgen Sie daher den Anweisungen von Polizei sowie von Rettungs- und Hilfskräften. Eine Rückkehr zur Immobilie kann erst dann erfolgen, wenn seitens der Ordnungskräfte offiziell grünes Licht gegeben wurde!

1.) An welche Versicherungen kann ich mich als Immobilieneigentümer / WEG-Verwalter / Hausverwalter bei Schäden durch Starkregenereignisse und Überflutungen wenden?

  • Bei Schäden am Objekt selber, also baulich und technische Schäden, ist grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung einzuschalten. Diese trägt in der Regel aber nur Schäden durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser. Hier muss dann also geprüft werden, ob die Wohngebäudeversicherung auch eine Elementarversicherung mitumfasst, also auch Schäden durch extreme Naturgewalten (Starkregen, Überschwemmungen, Rückstau, Erdbeben, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen oder auch eines Vulkanausbruchs) abdeckt. So handelt es sich bei der Elementarversicherung oftmals um eine Zusatzversicherung zur Gebäudeversicherung.
  • Für alles bewegliche Inventar und Mobiliar, das durch ein versichertes Ereignis beschädigt wird, kommt dann die Hausratversicherung auf. Auch im Rahmen der Hausratversicherung gilt oftmals, dass Schäden durch Extremwetter nicht mit abgedeckt sind, sondern gesondert versichert worden sein müssten.
  • Auch die Mietausfallversicherung spielt bei solchen Katastrophen oftmals eine wichtige Rolle, da Mieteinnahmen – von Gesetzes wegen – wegbrechen.
  • Über die jeweilige Gebäude- und/oder Hausratversicherung werden oftmals auch Schadensfolgekosten mitabgedeckt. Dazu zählt insbesondere die Übernahme der Kosten für eine Ersatzunterkunft und gegebenenfalls auch Mietausfallschäden.

2.) Was kann oder muss ich als Versicherungsnehmer bzw. Verwalter des Versicherungsnehmers tun?

  • Bevor Sie zu Ihrer Immobilie zurückkehren, muss das Gebiet von den Ordnungs- und Sicherheitskräften freigegeben worden sein! Bitte bedenken Sie, dass Leib- und Lebensgefahr bestehen.
  • Schäden sollten umgehend bei der Versicherung zumindest angemeldet werden. Die meisten Versicherer bieten in der Regel neben der telefonischen Hotline auch Online-Portale an, bei denen man neben der Meldung auch gleich Dokumente usw. hochladen kann.
  • Im Online-Portal finden Sie dann auch die von Ihrem Versicherer konkret vorgegebenen Ablaufprotokolle und Antworten zu Ihrem konkreten Versicherungsschutz.
  • Des Weiteren müssen Sie den Schaden bestmöglich und so genau wie möglich dokumentieren. Hierzu fertigen Sie insbesondere Fotos und Skizzen an. Bei Hochwasserschäden bietet sich zudem die Markierung der erreichten Wasserstände an. Erstellen Sie auch Listen von allen Gegenständen, die durch das Unwetter zerstört oder beschädigt wurden. Trotz Dokumentation sind die Gegenstände nicht wegzuwerfen, sondern zur weiteren Schadensregulierung durch die Versicherung aufzuheben.
  • Ist das Gebäude freigegeben, können erste Aufräumarbeiten gestartet werden. Daneben können und müssen – wegen der Schadensminderungspflicht des Versicherungsnehmers –gegebenenfalls auch bautechnische Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, deren Kosten dann auch über die Versicherung abgewickelt werden können. Heben Sie daher auch Rechnungen und Belege, zum Beispiel von einer (Not-)Reparatur, auf.

3.) Unser Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen ist aufgrund von erheblichen Schäden, die noch begutachtet werden müssen, ganz/ teilweise unbewohnbar. Was ist auch im Hinblick auf die Mieter zu beachten?

  • Unbewohnbarkeit bedeutet, dass die Wohnung zu Wohnzwecken nicht mehr genutzt werden kann und darf und mithin mangelbehaftet ist (§ 536 BGB). Die gesetzliche Mangelhaftung tritt automatisch ein, ohne dass es eines Verschuldens des Vermieters voraussetzt. Folge ist, dass der Mieter von der Entrichtung der Miete ganz oder teilweise befreit ist, je nach verbleibender Nutzungsmöglichkeit. So fällt die Minderungsquote für ein überschwemmtes Kellerabteil deutlich niedriger aus, als ein überschwemmtes Badezimmer.
  • Macht der Mieter eine 100%ige Mietminderung geltend, müsste er strenggenommen die ersparten Aufwendungen auch für eine Ersatzunterkunft usw. aufwenden. Jedenfalls werden sie vom Erstattungsanspruch in Abzug gebracht (vgl. AG Hamburg vom 27.8.2014 – 41 C 14/14). Der Vermieter beziehungsweise seine Versicherung muss lediglich die Beträge bezahlen, die über die herkömmliche Miete hinausgehen und einer angemessenen Unterkunft dienen.
  • Was die Kosten der Ersatzunterkunft angeht, so werden diese in der Regel von der Gebäudeversicherung oder aber der Hausratversicherung des Mieters ganz oder teilweise übernommen. Insofern ist der Mieter schon im eigenen Interesse gehalten, zunächst auch seine Hausratversicherung einzuschalten.
  • Einen Mietausfallschaden kann der Vermieter – je nach den geltenden Versicherungsbedingungen – entweder über die Gebäudeversicherung oder gegebenenfalls über eine Mietausfallversicherung regulieren lassen.
  • Auch die Mieter dürfen erst dann zurückkehren, wenn das Gebäude wieder offiziell freigeben ist.

4.) Staatliche und sonstige Hilfsprogramme:


5.) Wie können wir uns künftig vor diesen zunehmenden Starkregenereignissen und den verheerenden Folgen besser schützen?

hinweise für mitglieder

Die vorstehenden Ausführungen dienen der ersten Orientierung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher ist es in jedem Einzelfall ratsam, sich anhand der jeweiligen Unterlagen (Versi-cherungsverträge, usw.) individuell beraten zu lassen.

Hierzu stehen Ihnen unsere Vertragsanwälte im Rahmen eines gebuchten Besprechungstermins, den Sie auch telefonisch wahrnehmen können, gerne zur Verfügung (Terminvereinbarung: 0221 / 57 36-0). Für kurze Auskünfte stehen Ihnen unserer Ver-tragsanwälte auch in der telefonischen Kurzberatung zur Verfügung (montags bis donnerstags, 15:00 bis 16:30 Uhr).

HINWEIS für Nicht-Mitglieder: HOTLINE für geschädigte Eigentümer

Die telefonische Hotline ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter folgender Rufnummer geschaltet: 0221 - 5736 – 179

Die ERSTBERATUNG erfolgt ausschließlich telefonisch. Beraten werden nur geschädigte Hauseigentümer. Dabei kann die Beratung nur solche Belange umfassen, die in direktem Zusammenhang mit der Flutkatastrophe stehen. Tiefergehende Beratungen oder schriftliche Vertretung können aus rechtlichen Gründen nur im Rahmen einer Mitgliedschaft oder bei jedem zugelassenen Anwalt erfolgen.