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Kunst im Verein

Inge Hartwich

„ZUFÄLLIGKEITEN“

Unter dem Titel „Zufälligkeiten“ zeigt der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 bis 16. März 2018 in Pulheim eine Ausstellung, die eine experimentelle Variante Moderner abstrakter Malerei vorstellt.

Farbfelder und Wirklichkeitsfragmente in Gelb, Rot oder grünlichen Nuancen rufen unverzüglich Assoziationen hervor, die den Betrachter mal an Landschaften und mal an Energien aus der Urzeit der Erdgeschichte denken lassen. Metamorphose, freie Farbmasse, Pigmente und raue und glatte Zonen werden konsequent zu Malerei verwoben, so als seien hier Imagination und eine sehr geschulter Blick die Musen gewesen.

Die Kölner Künstlerin Inge Hartwich malt seit zwanzig Jahren abstrakte Bilder, in denen sie Farbformationen in verschiedenen Kontrasten scheinbar mühelos über die Leinwand fließen lässt. Es wird aber auch gezielte gestalterische Absicht mit Formen kombiniert, die sich der Kontrolle entziehen, die sich mittels Acrylfarbe und Wasser zufällig als verlaufende Form oder lavaartiger Strom formiert haben. „Zufälligkeiten“ als Statement, ja und als Hommage an das spannende Spiel der Formen.

Die Künstlerin liebt eine energiereiche Farbpalette, ihr Arbeitsprozess ist meditativ, für Zwischenschritte der Malerei versagt sie sich die Kontrolle, es ist eher eine Art alchemistisches Experiment aus Farbe, Wasser, Sand und losen Pigmenten.

Die Welt ihrer ungegenständlichen Kunst erinnert an künstlerische Positionen eines Wassily Kandinsky, eines Piet Mondrian oder an die russische Avantgarde. Die Schnittstelle, die Inge Hartwich mit diesen Protagonisten in Sachen Farbraumrecherche gemeinsam hat, ist der gezielte Einsatz von emotionalen Aspekten der Farbe und die Reduktion auf ein rein abstraktes Arsenal von Formen. Dynamisch ist ihre Kunst aber sehr auf ein fast immaterielles Fließen und Schweben angelegt, es entstehen Serien zu verschiedenen Themen.

Die Impulse zu Ihrer Malerei bezieht die Künstlerin mal aus Naturbeobachtungen, mal aus einer Art Nahaufnahme einer Blüte, häufig aber überlässt sie sich auch der freien Assoziation zu den Elementen, die während des Malprozesses entstanden sind. Schnelle Eingriffe als Vehikel, die Welt der Malerei als intuitiven Dialog zu definieren, dies und die häufig energiereiche und leuchtende Palette in Gelb-und Rotabstufungen sind zu einer Art Markenzeichen für Inge Hartwich geworden.

Fast könnte für diese Ausstellung der innere Leitfaden wie folgt lauten:

„Ich glaube, dass beispielsweise die Farbe Gelb in sich ausreicht,
um eine Atmosphäre und ein Klima - jenseits des Denkbaren - zu schaffen.“
(Yves Klein)

Die Besucher dieser Ausstellung werden schnell den Unterschied zwischen der wahrnehmbaren Welt und einem Reich der Ideen spüren, welches die Grundkonstanten unserer Anschauung Raum, Zeit, Materie und Gravitation explizit erfahrbar macht.

Ute Kaldune


Inge Hartwich: Ohne Titel
Inge Hartwich: Ohne Titel