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KUNST IM VEREIN

Claudia Moritz-Marten: „STEIN AUF STEIN“

15.02.2016

Am Freitag, den 26.02.2016 um 18:00 Uhr eröffnet der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 in seiner Pulheimer Filiale eine Ausstellung mit dem Titel "Stein auf Stein". Hier zeigt die Bergheimer Künstlerin Claudia Moritz-Marten in Acryl und Aquarellfarbe malerische Statements, unkonventionell erzählt verbreiten sie garantiert gute Laune. Beschrieben werden reale Beobachtungen, prächtige Bauten und nicht existente Architekturen. Dabei ist das Markenzeichen dieser Künstlerin zum einen die deutliche Bevorzugung einer kontrastreichen Farbigkeit und der extrem spontane und unkonventionelle Umgang mit Farbimpulsen, geometrischen Rastern und Alltagsobjekten. Zum anderen fällt aber auch die deutliche Vorliebe für eine blaue Farbpalette auf, eine malerische Liebeserklärung an die 1000 Varianten von Blautönen in einer harmonischen Ordnung.

Malerei, Musik, Spurensuche und grafische Experimente werden gekonnt mit einer humorvollen Sicht auf die Welt kombiniert und - wichtigen Vorbildern wie Paul Klee und Kandinsky folgend - immer wieder in neuen Kombinationen präsentiert. Malerei ist nie nur ein Bild, denn egal was sie zeigt, sie ist immer auch ein Fenster, das sich einem Thema oder Gegenstand öffnet.

Claudia Moritz-Marten ist ausgebildete Grafikerin. In dieser Ausstellung belegt sie aber eher ihr Talent als Forscherin im eigenen Labor. Stein auf Stein baut sie eine Welt, die locker zwischen Phantasie und Realität zu vagabundieren scheint, es wird gestempelt, collagiert, mit druckgrafischen Techniken gearbeitet und mit Acryl und Aquarell gezaubert. Beschreibt man sie als kreative Künstlerin, fasziniert sie durch eine sehr eigenwillige Dioptrien, mit deren Hilfe sie sich der Farbaura, dem Licht, widmet. Denn Farben sind schon nach Goethe Taten des Lichts.

Städte, Architekturen und Farbklänge sind neben musikalischen Themen die bevorzugten Themen ihrer Arbeiten. Ob ein Teller oder ein Tattoo, Acrylfarbe und Architekturmotiv, stets sind extreme Neugier und die Unkonvention ihre Verbündeten. Bei dieser Künstlerin dient die Malerei nicht dazu, die Welt abzubilden, sondern Gedankengebäude zu erstellen, die von Farbmagie geprägt sind und zu sinnlichen Reisen einladen.

„Ich möchte Stimmungen einfangen und mich von meiner spontanen Inspiration leiten lassen“, so oder ähnlich dürfte das Motto lauten, von dem sie sich in ihrer Malerei hat leiten lassen. Exemplarisch zeigt diese Ausstellung Werke, die mal wie ein Häusermeer wirken und mal transitäre Räume zeigen, Bauten aus einer jenseitigen Welt. Wie Buchstaben in einem Wort werden Elemente arrangiert, die erst mit dem jeweiligen Nachbarn einen Sinn formen. Kreise, Vierecke und geometrische Raster werden in immer neuen Varianten erprobt und mit immer neuen Hintergründen hinterlegt. Ruhe und Unruhe, fließende Welt und Rhythmus sind für diese Forscherin spannende und vertraute Bühnen. Frei nach der Erkenntnis „Farbe ist Klang“ vibrieren einzelne Bildelemente oder verharren eher nachdenklich im Blauraum. Das Ergebnis beeindruckt, weil unterschiedlich tiefenräumliche und flächige Bildebenen ein Eigenleben entwickeln. So springen warme Farben optisch nach vorne und kalte Farbzonen eigenwillig nach hinten. Wer die unterschiedlichen Raumkontexte erforschen möchte, ist gut beraten, sich diesen Bildpanoramen mit Akribie und Konzentration zu nähern, es sind Werke, die sicher einen zweiten Blick erfordern. Die bevorzugten Tricks von Claudia Moritz-Marten lassen sich nicht so einfach entschlüsseln, aber die Formverdichtungen in den Werken, die Wechsel zwischen verschiedenen Tempi und die provokanten Verschiebungen innerhalb des Bildraumes sorgen für eine neugierige Befragung der Bilder.

Bildzonen dienen als optische Irritation und funktionieren in diesem Sinne perfekt. Fast möchte man seinen Augen nicht trauen, wenn die Architekturkürzel dieser Werke miteinander zu korrespondieren scheinen. Stein auf Stein baut man die Häuser in der Realität, aber es gibt eine Magie hinter den Dingen, und denen lauscht die Künstlerin und baut entsprechend phantastische Architekturen.

Maler führen Opern auf, die der "Gelbe Klang" heißen dürfen, sie bauen und entwickeln Konstrukte, die uns blau und violett takten und uns bereits bekannte Motive völlig neu entdecken lassen. So auch hier in dieser unkonventionell erzählten Ausstellung.

 

Ute Kaldune M.A.

"Reiselust", Bildcollage
"Reiselust 13", Aquarellmischtechnik
"Reiselust 1", Aquarellmischtechnik